26. April 2021

Basis­komponenten für E-Government-Angebote – eine aktuelle Bilanz


Kategorie: Service

Ein Beitrag von:

Lisa Zech
Lisa Zech

Co-Autoren­schaft:
Elisabeth Wagner - Elisabeth Wagner
Die Basiskomponenten aus dem Bereich E- und Open Government München unterstützen die Referate und Eigenbetriebe der Stadtverwaltung dabei, digital auf die Stadtgesellschaft zuzugehen. Nicht nur mit digitalen Verwaltungsleistungen, sondern auch im Sinne von Information, Kommunikation, Einbindung und Beteiligung. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die aktuell genutzten Basiskomponenten. Die genannten Zahlen sind vom März 2021.

Basiskomponenten für die Digitale Verwaltung – der Formularserver

Das Herzstück der digitalen Verwaltung ist der Formularserver zur Umsetzung der Online-Dienste der Landeshauptstadt München (LHM). Hinter dem Begriff „Formular“ steht hier nicht etwa ein ausfüllbares PDF, sondern ein interaktiver Eingabedialog mit integrierter Formalprüfung, Benutzungsführung und Eingabehilfen. Diese moderne Infrastruktur wird sukzessive die bestehenden Systeme zur Bereitstellung von Formularen ablösen und so auch für ein einheitliches „Look & Feel“ sorgen.

Über den Formularserver wurden seit seinem Go-live knapp 200.000 Vorgänge eingereicht und dabei über 300.000 Dateien hochgeladen. Die gut 40 produktiven Formulare auf der neuen Plattform laufen problemlos. Über die Fortschritte berichten wir immer wieder.

Unterstützende Basiskomponenten im Behördenalltag

Weitere Basiskomponenten unterstützen die digitalen Prozesse im Hintergrund. So werden die Möglichkeit des elektronischen Bezahlens (E-Payment) an immer mehr Prozesse angebunden und die Bezahloptionen stetig erweitert, zuletzt um Paydirekt und PayPal. Allein 2020 wurden mehr als 105.000 Transaktionen durchgeführt und vollautomatisch verbucht. Das Bürgerkonto (BayernID) ermöglicht eine sichere Authentifizierung, womit sich die Online-Dienste der Stadt München und anderer bayerischer Kommunen sowie der Landesverwaltung Bayern nutzen lassen. Auch gibt es hier ein integriertes Postfach zur sicheren Kommunikation mit der Stadtverwaltung.

Die Online-Terminvereinbarung wiederum bietet eine Übersicht über freie Zeit-Slots und ermöglicht eine Online-Reservierung von Vor-Ort-Terminen.

Gesetzlich vorgeschrieben und in manchen Fällen durchaus wichtig sind die speziell abgesicherten Mail-Programme: So dient das besondere Behördenpostfach der rechtssicheren Kommunikation zwischen Gerichten und Behörden. Der Service De-Mail steht allgemein zur sicheren Kommunikation mit dem Amt zur Verfügung.

An 13 öffentlichen Orten gibt es außerdem 26 Bürgerterminals, die mit einem Kartenleser für die Nutzung der eID-Funktion des neuen Personalausweises (nPA) ausgestattet sind. Über diese fest installierten Computer lassen sich Online-Dienste nutzen oder Informationen suchen.

Basiskomponenten für Veranstaltungen, Kooperation und Umfragen

Zu den meistverwendeten Basiskomponenten gehört die Veranstaltungsregistrierung. In den Referaten und Eigenbetrieben der Stadtverwaltung sind derzeit 16 sogenannte Mandanten aktiv. Davon sind drei für interne Veranstaltungen, die Übrigen richten sich an die Bürgerinnen und Bürger. In der Corona-Zeit nahm die Beliebtheit dieses Angebots bei der Organisation von Veranstaltungen noch einmal zu. Denn zum einen gibt es jetzt viel mehr Events mit Anmeldepflicht. Zum anderen können Absagen oder andere Änderungen auf Knopfdruck versendet werden. Beispiele für die Nutzung sind die Familienpass-Angebote und die Ferienfreizeiten des Stadtjugendamts.

Auf der Kooperationsplattform organisieren viele bereichsübergreifende Arbeitsgruppen, Initiativen und auch die Bezirksausschüsse ihre Zusammenarbeit zum Wohle der Stadt. Insgesamt beheimatet diese Basiskomponente derzeit 248 aktive Projekträume mit gut 1,5 Mio. Dokumenten für mehr als 5.000 Aktive, davon knapp die Hälfte extern.

Auch die Datenaustauschplattform (kurz DAP) unterstützt seit Mai 2019 die digitale Zusammenarbeit zwischen Stadtge­sellschaft, Verwaltung und Politik. Mehr als 400 Personen nutzen die DAP regelmäßig, um schnell und einfach größere Datenmengen auszutauschen.

Über die Umfrageplattform sind seit dem Umzug auf das aktuelle System im ersten Quartal 2019 insgesamt etwa 360 Umfragen gelaufen, zum Bespiel die Jugendbefragung.

Newsletter für viele Zielgruppen und Themen

Ein unverzichtbares Fundament für Akzeptanz, Interesse und Engagement ist gute, regelmäßige und zielgruppen­orientierte Information. Viele Fachbereiche nutzen hierfür unter anderem die Newsletterplattform. 38 Newsletter stehen dort zur Auswahl, die von mehr als 110.000 Interessierten abonniert sind.

Werktäglich und damit am häufigsten erscheint die Rathausumschau. Wie auch der Stellen-Newsletter wird sie tausendfach gelesen. Viele Angebote fokussieren spezielle Zielgruppen wie Bau- und Immobilienfachleute oder spezielle Themen wie soziales Engagement oder Nachhaltigkeit. Auch zur Digitalisierung unserer Stadt bieten wir einen Newsletter und informieren Sie regelmäßig über neue Entwicklungen.

Basiskomponenten mit viel aktuellem Potenzial

Einige Basiskomponenten erleben derzeit besonderen Aufschwung: So hat der Stadtrat im März alle städtischen Referate, Eigenbetriebe und Gesellschaften aufgefordert, interessante Datenbestände für das Open Data Portal zu eruieren, um die aktuelle Zahl von 166 zur Verfügung gestellten Datensätzen und damit die Attraktivität des Angebots deutlich zu erhöhen. Auch das GeoPortal bildet die Grundlage für zahlreiche digitale Prozesse und Dienste. So auch für den Digitalen Zwilling München.

Ein anderer kräftiger Stadtratsimpuls kam ebenfalls Anfang März, und zwar für die Realisierung der geplanten Beteiligungsplattform. Nach dem dazu gefassten Beschluss wird es noch dieses Jahr eine öffentliche Anhörung geben und im Sommer die Erprobung starten. Ein Highlight für die Münchnerinnen und Münchner, die sich einen Ausbau von Mitsprache und Beteiligung wünschen!

Zu guter Letzt sind zwei weitere digitale Werkzeuge dieses Jahr zu erwarten. Ganz im Sinne der Partizipation kann die Stadtgesellschaft künftig mithelfen und Anliegen rund ums Münchner Stadtbild online melden. Dies wird ab Sommer 2021 über eine Meldeplattform möglich sein.

Auch die Kommunikation zwischen Gesellschaft und Verwaltung wird digitaler, und zwar in Form eines Chatbots. Bisher nur in einer Pilotversion verfügbar, soll er im dritten Quartal 2021 mit einem größeren Spektrum an Themen zur Verfügung stehen. Wir werden darüber natürlich berichten.

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