12. September 2019

Deutschland-Index Digitalisierung: Bayern in der Spitzengruppe trotz Aufholbedarf


Kategorie: Service

Ein Beitrag von:

Dr. Stefan Döring
Dr. Stefan Döring

Co-Autor:
Benjamin Wimmer - Benjamin Wimmer

Der Deutschland-Index Digitalisierung, der jährlich vom Fraunhofer Institut erstellt wird, will die Frage beantworten, wie es um die Digitalisierung in Deutschland steht. Aktuell lässt sich feststellen, dass es voran geht. Es besteht aber weiterhin Aufholbedarf in den Verwaltungen.

Was der Deutschland-Index Digitalisierung misst

Der Deutschland-Index stellt den Stand der Digitalisierung als interaktive Karte dar. Der Schwerpunkt liegt dabei auf regionalen Unterschieden und digitalen Lebensverhältnissen zwischen Stadt und Land. Der Index bietet damit eine Grundlage zu weiterer Analyse, um regionale Stärken und Schwächen zu identifizieren und Handlungsbedarfe aufzuzeigen. Gegenstand der Analyse sind folgende Themenfelder:

  • Beim Infrastrukturindex werden zum Beispiel das maximale Internetversorgungspotenzial oder die verfügbare Technologievielfalt an einem Standort betrachtet. Konkret geht es darum, wie schnell das Internet maximal ist oder wie stark etwa das Glasfasernetz bereits ausgebaut ist.
  • Der Index Digitales Leben betrachtet Aspekte wie die tägliche und mobile Internetnutzung, die Nutzung sozialer Medien und den Anteil von Online-Shopping am Kaufverhalten.
  • Beim Index Wirtschaft und Forschung geht es unter anderem um die Anzahl der Beschäftigten und Auszubildenden in der Informations- und Kommunikationstechnik, um die Zahl an IT-Neugründungen, sowie den Fachkräftemangel in der Branche.
  • Der Bildungsindex betrachtet konkret die Anzahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im Fach Informatik, die Anzahl der Informatik-Studiengänge, die Bewertung der Studiensituation an Universitäten im Fachbereich Informatik im Hochschulranking sowie das Angebot an Massive Open Online Courses.

Bayern bei der Digitalisierung der Bürgerservices vorne dabei

Der Index Bürgerservices misst, wie durchgängig digitale Verwaltungsprozesse tatsächlich sind. Also ob elektronisch ausgefüllte und übermittelte Formulare auch digital weiterverarbeitet und nicht etwa ausgedruckt werden.

Hierbei sieht der aktuelle Deutschland-Index Digitalisierung Hamburg, Bayern und Hessen deutschlandweit vorn. Aber auch die meisten anderen Bundesländer haben die Übermittlung elektronischer Formulare innerhalb des Untersuchungszeitraums steigern können.

Die Ziele des OZG noch in weiter Ferne

Die aktuelle Auswertung des Deutschland-Index macht insgesamt in Bezug auf das Angebot an bisher vorhandenen Online-Verwaltungsleistungen trotzdem deutlich, dass zwischen den Anforderungen des Online-Zugangs-Gesetztes (OZG) und dem derzeitigen Status noch eine große Diskrepanz besteht.

Durchschnittlich werden nur 19 Prozent der untersuchten Verwaltungsleistungen vollständig digital angeboten. Das sind nur drei Prozentpunkte mehr als bei der letzten Erhebung. Zur Erreichung der Ziele des OZG müssen also noch wesentliche Anstrengungen unternommen werden.

Anteil der Onlineverfahren an ausgewählten Dienstleistungen, Quelle: Fraunhofer Institut

Zusammenarbeit als wesentlicher Erfolgsfaktor

Die digitale Verwaltung erzielt im Vergleich zu den anderen Bereichen zwar immer noch niedrige Indexwerte, jedoch konnten die Kommunen aufholen. Dies resultiert vielfach aus einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und einer stärkeren Nutzung von Basiskomponenten.

Dies zeigt, dass Kooperationen auf Kommunalebene, wie die Allianz der Städte Nürnberg, Augsburg und der Landeshauptstadt München, sehr positiv auf die Digitalisierung einzahlen können.

Wie digital ist Deutschland insgesamt?

Mit 67,6 Punkten liegt der Gesamtindexwert für Deutschland für das Jahr 2019 rund fünf Punkte über dem Gesamtindexwert von 2017. Alle Bundesländer konnten ihren Indexwert steigern, besonders herausragend allerdings Berlin und Sachsen. Berlin löst sogar den bisherigen Spitzenreiter Hamburg damit ab. Hinsichtlich der Reihenfolge der übrigen Bundesländer gibt es wenig Veränderungen. Bei der Nutzung digitaler Bürgerservices erringt Baden-Württemberg den Spitzenplatz. Eine starke Position im Bereich Wirtschaft und Forschung sichert sich Sachsen.

Die umfangreiche und zugleich übersichtliche Darstellung der Ergebnisse des Deutschland-Index Digitalisierung gibt es auf der interaktiven Kartendarstellung des Kompetenzzentrums Öffentliche IT beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, das der offizielle Herausgeber des Deutschland-Index ist. Ein wiederholter Blick lohnt sich, um sich über Verbesserungen zu informieren.

Welche Maßnahmen München im Rahmen der Digitalisierung verfolgt, lesen sie hier.

Kommentare (0)

 
Schreiben Sie doch den ersten Kommentar zu diesem Thema.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge

Teilen