20. Januar 2021

Wie Digitale Kompetenzen gesteigert werden können


Kategorie: Digital


Ein Gastbeitrag von:
Roman R. Rüdiger, - CEO von talent::digital GmbH Roman R. Rüdiger,
CEO von talent::digital GmbH

Co-Autoren­schaft:
Dr. Erik Schäfer, - Senior Berater bei gfa | public GmbH Dr. Erik Schäfer,
Senior Berater bei gfa | public GmbH



Hinweis: Gastbeiträge sind persönliche Inhalte der Autor*innen und geben nicht die Ansicht der Landeshauptstadt München wieder.
Die digitale Transformation macht es in Arbeits- und Privatleben notwendig, digitale Kompetenzen zu besitzen, sie aufzubauen und weiterzuentwickeln. Nur so sichern wir uns die Teilhabe in einer digitalisierten Gesellschaft. Aber um welche Kompetenzen handelt es sich dabei genau? Und wie kann man diese Kompetenz aufbauen?

Digitale Kompetenz: Was ist das?

Weltweit gibt es unterschiedliche Konzepte, die sich mit der Frage nach den digitalen Kompetenzen beschäftigen. Zu nennen wären hier zum Beispiel die International Computer and Information Literacy Study ICILS oder das Framework der deutschen Kultusministerkonferenz. Das aktuell relevanteste Konzept ist allerdings der DigComp 2.1, die neueste Version des digitalen Kompetenzrahmens der Europäischen Union.

Laut DigComp 2.1 wird unter digitaler Kompetenz das Wissen und die Fähigkeiten verstanden, um digitale Technologien sicher, kritisch, kooperativ und kreativ einzusetzen und dadurch Ziele in Bezug auf Arbeit, Lernen, Freizeit, Integration und Partizipation in unserer digitalen Gesellschaft zu erreichen. Digitale Kompetenzen lassen sich demnach in fünf Kompetenzbereiche aufgliedern, die wiederum 21 digitale Unter-Kompetenzen umfassen:

  1. Umgang mit digitalen Inhalten und Informationen,
  2. Kommunikation und Zusammenarbeit durch digitale Technologien,
  3. Erstellen von digitalen Inhalten,
  4. Schützen von Geräten und persönlichen Daten und
  5. Bewältigen und Lösen von dabei auftretenden Herausforderungen und Problemen.
Digitale Kompetenzen nach DigComp 2.1

Digitale Kompetenzen nach DigComp 2.1, Quelle: talent::digital 

Warum digitale Kompetenzen wichtig sind

Digitales Wissen und digitale Fähigkeiten sind wichtige Grundlagen für berufliche und private Partizipation. Laut dem OECD Bericht „Skills for a Digital World” benötigen fast alle Berufe mindestens grundlegende digitale Kompetenzen. 

Laut der Studie DESI 2020 der Europäischen Kommission verfügen jedoch 42 Prozent der Beschäftigten in Europa noch nicht einmal über die notwendigen digitalen Fähigkeiten für den aktuellen Arbeitsmarkt. Und laut ICILS, der oben erwähnten Schulvergleichsstudie, verfügt rund ein Drittel der Heranwachsenden nicht über grundlegende digitale Skills. Nur 1,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler werden in der höchsten Kompetenzstufe eingruppiert. Ein Umstand, dem sich unter anderem das Pädagogische Institut Münchens annimmt.

Vor der gezielten Verbesserung der digitalen Kompetenzen kommt die Messung

Zur Feststellung und Entwicklung digitaler Kompetenzen entwickelte das Team von talent::digital in Kooperation mit Professor Klaus Stulle von der Hochschule Fresenius in Köln das erste wissenschaftlich valide Lernspiel. Das Besondere: Das Spiel basiert nicht auf Selbsteinschätzung, sondern auf tatsächlich vorhandenen Fähigkeiten. Diese werden eingesetzt, um Aufgaben in einem so genannten Serious Game zu lösen.

Das Tool heißt „talent::profile“ und funktioniert wie ein Computerspiel, was den Spaßfaktor erhöht. So treffen die Teilnehmenden auf spielerisch dargestellte, aber realistische Situationen und „Digitalisierungs-Probleme“. Es gilt, Aufgaben zu lösen und seine Kompetenzen unter Beweis zu stellen. Die Verhaltensweisen und Entscheidungen der spielenden Personen werden dabei bewertet. 

Spielszene zur Messung Digitaler Kompetenzen

Die Spielszene zeigt die Aufgabe, eine sichere und verschlüsselte Videokonferenz-Software zu finden und zu installieren, Quelle: talent::digital

Digitale Kompetenz fördern

Eine Art Dashboard zeigt die vorhandenen Stärken und Schwächen im Bereich der digitalen Kompetenz. Dies allerdings kumuliert auf der Ebene Teams, Abteilungen oder für die gesamte Organisation. So können die Lücken zwischen den Digitalisierungsstrategien und den vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnissen der Mitarbeitenden identifiziert und geschlossen werden.

Dazu bekommt man passende Weiterbildungsvorschläge unterbreitet. Die Weiterbildungspartner sind dafür frei wählbar. Das Einbinden eigener Qualifizierungsangebote ist möglich. Zudem ist das Online-Angebot edukativ, das heißt, die Nutzenden lernen bereits während des Spiels.

Dashboard zfür digitale Kompetenzen

Dashboard zur Steuerung der digitalen Strategie, Quelle: talent::digital

Professor Klaus Stulle begleitet und evaluiert das Spiel. Im Validierungsbericht lobt er das Stärken-Schwächen-Profil und das daraus generierte Angebot von Trainings und Weiterbildungen. Darüber hinaus ist das Spiel als PaaS-Lösung (Platform-as-a-Service), also rein internetbasiert und ohne lokale Installationen, realisiert worden, was die Hürden eines Einsatzes für viele Unternehmen senkt. Dies ist wichtig, denn ein funktionierendes, digitales Mindset der Mitarbeiterschaft stellt sich immer offensichtlicher als zentraler Wettbewerbsfaktor heraus.

Kommentare(2)
  1. Vielen Dank nochmal für die Gelegenheit, auf dem Blog über digitale Kompetenzen und ihre spielerische Messung berichten zu drüfen!

    Wer sich das Spiel nochmal etwas genauer ansehen möchte, kann sich gerne im Rahmen des „public | practice festivals“ von gfa | public bei virtuellen Vorstellungsrunden einwählen.

    Wann?
    11. Februar 2021 (09:00 Uhr – 11:00 Uhr)
    18. Februar 2021 (09:00 Uhr – 11:00 Uhr)
    26. Februar 2021 (10:00 Uhr – 12:00 Uhr)
    12. März 2021 (13:00 Uhr – 15:00 Uhr)

    Wie?
    Einfach hier anmelden:

    Antworten
  2. Toller Beitrag
    So ein Werkzeug, talent::digital, zur Verfügung für LHM Mitarbeiter zu haben, eine gute Sache für die Förderung der digitale Kompetenzen wäre.

    Antworten

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