27. Februar 2020

Digitalisierung als Chance – Anpacken für eine bessere Gesellschaft


Kategorie: Digital


Ein Gastbeitrag von:
Kristina Siepmann, - Startup-Gründerin und Digital Manager Kristina Siepmann,
Startup-Gründerin und Digital Manager



Hinweis: Gastbeiträge sind persönliche Inhalte der Autor*innen und geben nicht die Ansicht der Landeshauptstadt München wieder.

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen unserer Gesellschaft ist Nichtstun keine Option, meint Kristina Siepmann. Sie fordert dazu auf, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen und geht mit gutem Beispiel voran. Ihr wichtigstes Erfolgsprinzip gibt sie dabei gerne weiter: Man muss sich einfach trauen und nicht abwarten, bis alles perfekt ist. Im Gastbeitrag vertieft sie diesen Gedanken:

 

Die Digitalisierung bleibt hinter den Erwartungen zurück

An das Jahr 2020 waren einmal futuristische Visionen und Träume geknüpft: Es hieß, wir werden dann „100 Prozent digital“ und in der „Zukunft angekommen“ sein. Fliegende Autos, Roboter als heimische Helfer, optimierte biophysikalische Prozesse in unseren Körpern. Solche Bilder tauchten nicht nur Science-Fiction-Filmen auf sondern auch in Zukunftsreports seriöser Unternehmen.

Die Realität scheint doch anders zu sein. Vieles, was technisch möglich ist, bleibt bisher in starren Prozessen hängen, es fehlt oft Mut und Verständnis für die Chancen der Digitalisierung. Heute, wo wir im Jahr 2020 angekommen sind, stellen wir zudem fest, dass die Themen, die unsere globale Gesellschaft am meisten bewegen, analoge sind. Ganz oben stehen die Klimakatastrophe oder das sinkende Vertrauen in die Demokratie. Doch es gibt auch viele Ängste und Sorgen, die sich um die zunehmende Digitalisierung drehen. Viele Menschen stehen einer Welt der Automatisierung, elektronischen Überwachung und künstlichen Intelligenz ablehnend gegenüber.

Wenn nicht durch Digitalisierung, wie dann?

Manchmal beschleicht mich der Eindruck, dass die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft schier nicht zu bewältigen sind. Doch man kann es auch ganz anders sehen. Denn bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass gerade die Digitalisierung ein umfangreiches Portfolio an Möglichkeiten bietet, um politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Im Rahmen der Entwicklung der UN Ziele für nachhaltige Entwicklung wurden beispielsweise die dringendsten globalen Herausforderungen identifiziert und Ziele formuliert. Sie sollen uns dabei unterstützen, die nötigen Entwicklungen anzustoßen.

Diese Impulse decken sich mit den Wünschen der jungen Generation, sich aktiv zu engagieren und Wirkung zu erzielen. Aber natürlich trifft dies auch auf viele Menschen mit längerer Berufserfahrung zu, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen wollen. Um die Jahrtausendwende geboren, bin ich selber Teil der „Millennials“ und hoch motiviert, meinen Beitrag zu leisten. Ich bin fest überzeugt davon, dass uns die Digitalisierung und damit verbundene Innovationen neue Chancen eröffnen, um positive Veränderungen für die Gesellschaft herbeizuführen.

Und obwohl ich leidenschaftliche Betriebswirtschaftlerin bin, packe ich einfach an, ohne genau zu planen und zu wissen, was am Ende herauskommen wird. Denn wir warten zu oft viel zu lange damit aktiv zu werden. Weil wir doch erst mal einen „Businessplan“ benötigen, alle Chancen und Risiken abwägen müssen. Weil wir erst mal zehn Jahren Berufserfahrung vorweisen sollen, ehe wir wirklich loslegen (dürfen). Aber:

Wenn es um unsere Zukunft und die gewaltigen Herausforderungen geht, vor denen wir stehen, dann heißt es: Anpacken! Jetzt! Sofort!

Warten Sie nicht auf den perfekten Plan!

Deshalb appelliere ich an jede und jeden von Ihnen, jetzt aktiv zu werden. Was ist es, was Sie bewegt? Welche Sorgen beschäftigen Sie? Und welche Träume und Visionen haben Sie, wie wir zu einer besseren Zukunft gelangen könnten?

Die Zukunft kommt nicht einfach so, wir kreieren sie. Dieses Wir, das bin ich und das sind Sie. Wir alle haben eine Verantwortung, die wir nicht abweisen können und einfach den anderen überlassen dürfen. Wir alle haben die Chance mitzugestalten, wie wir in Zukunft leben werden und wie wir das Potential der Digitalisierung nutzen.

Warten Sie nicht darauf, dass Ihr Plan perfekt ist – trauen Sie sich einfach! Jeder Schritt, mit dem Sie einen „Impact“ erzielen können, ist ein richtiger Schritt. Gehen Sie in den Dialog mit anderen Menschen. Trauen Sie sich verrückte Gedanken auszusprechen, Fragen zu stellen und dem Weg zu folgen, der sich Ihnen öffnet. Ich selbst habe auf meinem Weg gelernt:

Sobald man beginnt, Visionen auszusprechen, verwandeln sie sich in Lösungen.

Kristina Siepmann, Gründerin des Social Startup Visionary

Kristina Siepmann hielt unter dem Titel „Social Innovation – neue Technologien für eine integrierte Gesellschaft“ einen inspirierenden Vortrag auf unserem Open Government Tag 2019. Sie motivierte dazu, gemeinsam an Lösungen für Alle zu arbeiten und mehr in soziale Innovationen zu investieren. Ihre Rede in voller Länge gibt es hier auf unserem Youtube-Kanal.

Sie berichtete, wie sie mit viel Mut zur Lücke sehr schnell digitale Unterstützung für Sehbehinderte in der analogen Welt realisieren konnte. Dafür gründete sie im Schnelldurchgang das Startup Visionary. Ganz nach dem Motto „Erst kommt das Handeln, Formelles kann warten“ hat Visionary bis heute noch keine „ordentliche Website“, hilft aber bereits den Betroffenen.

Auch im Hauptberuf beschäftigt sich Kristina Siepmann als Digital Manager bei einem Lebensmittelkonzern mit der Digitalisierung. Kontakt aufnehmen können Sie per
LinkedIn.

1 Kommentar

  1. Sehr geehrte Frau Siepmann, Visionen zu haben ist nicht das Privileg „Millennials“. Auch die Generationen Ü 40 und Ü 50 – zu denen ich mich zähle – sind hoch motiviert, und bereit ihren Beitrag auf dem Weg zur Digitalisierung zu leisten. Auch ich bin fest überzeugt davon, dass uns die Digitalisierung und damit verbundene Innovationen neue Chancen eröffnen, um positive Veränderungen für die Gesellschaft herbeizuführen. Die älteren Generation sind im Gegensatz zu den „Millennials“ nur ein Stück weit desillusioniert, denn sie durften in ihrer doch etwas längeren Berufs- und Lebenspraxis erfahren, dass legitime Erwartungen nicht erfüllt werden. Hier verweise ich erneut darauf, dass in der progressiv vorangetriebenen Digitalisierung der LHM Lehrkräfte, Erzieher*innen und z.B. Beschäftigte beim AWM nicht „mitgenommen werden“.

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