3. September 2020

GeoPortal München – Datenherz der Digitalisierung


Kategorie: Digital


Ein Gastbeitrag von:
Markus Mohl, - GeodatenService München Markus Mohl,
GeodatenService München

Co-Autoren­schaft:
Samir El Khaldi, - RIT-it@M Samir El Khaldi,
RIT-it@M

Mit einer eindeutigen Positionsangabe können beliebig viele Informationen miteinander verknüpft werden. Dadurch bilden Geoinformationen die Grundlage für zahlreiche digitale Prozesse und Dienste. Das GeoPortal München ist für die Landeshauptstadt das zentrale Instrument, in dem alle Geoninformationen an einem Ort verfügbar sind. Markus Mohl vom GeodatenService des Kommunalreferats und Samir El-Khaldi von it@M erklären, warum das für die Digitalisierung wichtig ist:

Geodaten – Treibstoff der Smart City

Fast alle Anwendungsszenarien einer Smart City, vom digitalen Stadtplan bis zur intelligenten Verkehrssteuerung, basieren auf der zentralen Verfügbarkeit von Geoinformationen und entsprechender Schnittstellen, über die diese Daten in digitale Services integriert werden können. Mit dem GeoPortal München werden genau diese Geoinformationen und Dienste den Anwenderinnen und Anwendern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung – und nicht zuletzt den Bürgerinnen und Bürgern selbst – benutzerfreundlich zur Verfügung gestellt: schnell, zuverlässig und digital.

Die stadtweite Plattform ist bereits seit Dezember 2018 online und unterstützt zahlreiche Online-Angebote der Landeshauptstadt mit raumbezogenen Basisinformationen wie einem amtlichen Stadtplan, Adressen und Luftbilden. Fachthemen aus den städtischen Referaten können darauf aufbauen. So ist eine Vielfalt an thematischen Inhalten möglich und Zusammenhänge werden schnell und auf einen Blick ersichtlich.

Das GeoPortal als Beispiel für erfolgreiche Kooperation

Beim GeoPortal kommt eine Open Source Webanwendung zum Einsatz, das sogenannte Masterportal. Diese Software wird im Rahmen einer Implementierungspartnerschaft gemeinsam mit weiteren Behörden entwickelt. Die Landeshauptstadt München ist mit der Hansestadt Hamburg Gründungsmitglied dieser Partnerschaft. Seitdem haben sich bedeutende Metropolen aus der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sowie einige Bundesländer und Behörden der Bundesverwaltung angeschlossen. So kann an vielen Stellen von den Erfahrungen sowie dem Know-how anderer Partnerorganisationen profitiert werden, um gemeinsam Vorteile zu generieren und mehr Geschwindigkeit in der Umsetzung zu entwickeln.

Das GeoPortal in der Praxis im AWM 

Das GeoPortal München ersetzt im Fachportal des Abfallwirtschaftsbetriebs München (AWM) mittlerweile den Einsatz von Google Maps. Die Standorte der Wertstoffinseln können inklusive Containereinheiten erfasst und tagesaktuell gepflegt werden. Die Speicherung der raumbezogenen Informationen erfolgt zentral im stadtweiten Geodatenpool. Unabhängig davon, ob sich Änderungen in der Datenpflege ergeben haben, werden die Standorte der Wertstoffinseln jede Nacht aktualisiert und stehen somit der Öffentlichkeit tagesaktuell zur Verfügung.

Durch diese etablierte automatisierte Datenversorgung bewältigen wir die Herausforderungen der mehrfachen Datenhaltung sowie der unterschiedlichen Aktualität der Geodaten. Und auch mobil macht das GeoPortal eine gute Figur: Jederzeit und an jedem Ort kann die Anwendung per Smartphone aufgerufen werden. Ergänzt wird das Angebot durch die münchen.de App – auch hier sind die Wertstoffcontainer und Wertstoffhöfe auffindbar.

AWM Geodatenportal

Ansicht des GeoPortals München in der Desktopversion mit angezeigten Standorten von Wertstoffinseln im Münchner Stadtkern, Quelle: GeodatenService München

Das GeoPortal zum Wohle der Stadtgesellschaft

Das GeoPortal München spielt aber auch eine wichtige Rolle für die Belange des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes. In Zusammenarbeit mit it@M, dem GeodatenService München (GSM) und der Branddirektion wurde in diesem Zusammenhang die Online-Anwendung Evakuierung entwickelt.

Im Falle einer notwendigen Evakuierung kann nun die Feuerwehr München mithilfe des Evakuierungsportals genau aufzeigen, welche Straßen und Häuser betroffen sind und wie zum Beispiel ein Sperrbereich mit dem Auto zu verlassen ist oder wo sich die nächstgelegene Betreuungseinrichtung befindet. Hierfür steht im GeoPortal München ein Highspeed-Verfahren zur Verfügung mit dem die nötigen Geodatendienste in der Evakuierungs-Anwendung problemlos und ohne Verzögerung überspielt werden können. Aus der Branddirektion heißt es dazu:

Jetzt zeigt sich die gute Architektur des GeoPortals! Da wir für die jeweilige Evakuierungssituation die zu veröffentlichenden Daten anpassen müssen, können wir diese Daten in das Portal einpflegen und einfach wieder einen neuen Link mit Fokus auf diese aktualisierten Informationen veröffentlichen. Alle sind schwer begeistert. Die Arbeit der letzten Jahre hat sich also gelohnt.

 

Das GeoPortal stellt mit seinen vielseitigen Anwendungsfällen bereits jetzt einen wesentlichen Baustein für die Digitalisierung der Landeshauptstadt München dar. Ob nun auf dem Weg hin zu einer Smart City München oder zum Erreichen der Belange zum Wohle der Stadtgesellschaft – Geodaten unterstützen die Münchner Stadtverwaltung gewinnbringend bei ihren Aufgaben.

Kommentare (0)

 
Schreiben Sie doch den ersten Kommentar zu diesem Thema.

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge

Teilen