München sucht City Heroes beim HackaTUM 2021

23. Dezember 2021
Ein Beitrag von Ella Hiesch

Beim jährlichen Hackathon der TU München waren auch in diesem Jahr wieder innovative Ideen für verschiedenste Herausforderungen gefragt. Bereits zum sechsten Mal entwickelten und präsentierten junge Talente ihre Lösungen beim HackaTUM. Neben zahlreichen anderen Unternehmen waren auch wir als Landeshauptstadt München mit dabei und hatten eine spannende Challenge im Gepäck. Worum es konkret ging und welche interessanten Lösungen entstanden sind, erfahren Sie im Beitrag.

HackaTUM 2021 – auch digital ein Erlebnis

Von 19. bis 21. November fand der diesjährige HackaTUM der TU München mit zahlreichen Unternehmen wie Microsoft, BMW, SAP und auch der Landeshauptstadt München statt. Aufgrund hoher Inzidenzen und pandemiebedingten Auflagen zum zweiten Mal digital.

Um dennoch das Campus-Feeling beizubehalten, wurde der Campus der TU in Garching auf der virtuellen Plattform Gathertown nachgebaut. Hier konnten die rund 450 Teilnehmenden nicht nur mit den Partnerorganisationen in Kontakt treten, auch für den Austausch untereinander gab es eine Vielzahl an Möglichkeiten. Beispielsweise sorgten DJs in den Disco-Areas für Stimmung, Gaming-Fans hatten Zugriff auf zahlreiche Spiele, digitale Bars und Thekenplätze, aber auch private Chaträume luden zum Austausch ein. Für die konkrete Zusammenarbeit und das Rahmenprogramm standen zudem virtuelle Hacker- und Workshopräume zur Verfügung. Außerdem war jedem teilnehmenden Unternehmen beim HackaTUM 2021 ein Raum für Challenges zugewiesen – so auch der Landeshauptstadt München.

Challenge: City Heroes für unser schönes München

Eine tolle, innovative Idee, die unserer Stadt einen echten Mehrwert bietet.

So lautete die Challenge der Landeshauptstadt München beim HackaTUM 2021.

Nach der Vorstellung aller Herausforderungen am Freitagabend bildeten die Teilnehmenden kleine Gruppen und machten sich an die Arbeit. Am Samstagnachmittag präsentierten uns die Teams dann 17 spannende Vorschläge zu unserer Challenge. Diese reichten von begleiteten Fahrradgruppen für den Schulweg, bis hin zur Parkplatz-Finde App.

Anschließend konnte jedes Unternehmen zwei Favoriten benennen, welche durch Professorinnen und Professoren der TU München bewertet wurden. Dabei hat sich eins unserer Gewinner-Teams durchgesetzt: Fitzels. Unsere beiden Teams stellen sich und ihre Idee vor:

AnyRent, die Sharing-Plattform für Alltagsgegenstände

Dass ein übermäßiger Konsum nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch der Umwelt schadet, ist bekannt. Die Lösung AnyRent möchte dem entgegenwirken und ist als Verleihungsportal und Mittelsmann für gemeinsames Eigentum konzipiert: Mithilfe fiktiver Coins kann man sich Gegenstände eines anderen Users leihen. Diese Coins erhält man nicht etwa durch Geld, sondern nur durch den Verleih eigener Gegenstände.

Die Idee von AnyRent geht aber noch weiter: Im Rahmen eines Miteigentumskonzeptes kauft und besitzt man einen Artikel gemeinsam. Dabei gehen die Nutzenden einen standardisierten Vertrag ein, der die Pflichten der Parteien aufzeigt und darstellt, wer den Gegenstand wann verwenden darf.

Während der Recherche für das Projekt wurde schnell deutlich, dass bisherige Verleihportale vor allem das gegenseitige Vertrauen zwischen den Usern vernachlässigen. AnyRent setzt daher vor allem auf die “Smart Contracts”: Alle Transaktionsdaten werden in einer Blockchain gespeichert und sind einsehbar. Des Weiteren hat das Team vor, eine Identifikationsprüfung mittels Personalausweises zu implementieren.

Die Initiative zu AnyRent beim HackaTUM 2021 kam von einem kleinen Team: Anastasia Makarevich und Aleksandr Zuev studieren Data Engineering & -Analytics an der TU München und arbeiten in Teilzeit in der Softwareentwicklung. Lucas Orzan lebt in Stuttgart und befindet sich aktuell in Ausbildung als Fachinformatiker bei einer privaten Krankenversicherung.

Ein erster Prototyp, ein sogenanntes Minimum Viable Product (deutsch: minimal funktionsfähiges Produkt), wurde während des HackaTUM 2021 bereits entwickelt, das Team plant nun das Projekt in ihrer Freizeit weiter auszubauen.

Auszug aus der AnyRent- Plattform, Quelle: AnyRent

Auszug aus der AnyRent- Plattform, Quelle: AnyRent

Auszug aus der AnyRent- Plattform, Quelle: AnyRent

Ein Skateboard zu verleihen, Quelle: AnyRent

Mülltrennung spielerisch lernen mit Fitzels

Vier Informatikstudierende der TU München haben sich mit Fitzels gleich zwei großer gesellschaftlicher Probleme angenommen: geringe Bewegung und fehlende Mülltrennung. Mit ihrer Idee für eine Fitness-App sorgen sie für Spaß am Sport und vermitteln gleichzeitig spielerisch Wissen über richtige Entsorgung. Und so funktioniert es:

Bei dem AR-Spiel werden virtuelle Mülltrennungsbereiche auf den Bildschirm projiziert. Diese sind in drei Teile aufgeteilt – für Bio-, Rest- und Plastikmüll. Von oben fallen verschiedene Abfälle runter, welche die Spielenden korrekt einsortieren müssen, indem sie in dem entsprechenden Bereich des Bildschirms eine Kniebeuge machen.

Durch das richtige Einsortieren erhalten die User Punkte. Bei falscher Sortierung verlieren sie “ein Leben”. Im Multiplayer-Modus kann man gegen Freunde spielen. Wirft eine Spielerin oder ein Spieler den Abfall in den richtigen Behälter, taucht er bei den Kontrahentinnen und Kontrahenten wieder auf.

Auszug aus der Fitzels- Plattform

Single- oder Multiplayer?, Quelle: Fitzels

Auszug aus der Fitzels- Plattform

Die Fitzels-Plattform in Aktion, Quelle: Fitzels

Bis zum nächsten HackaTUM!

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an alle tollen Ideen! Wir freuen uns bereits jetzt auf den HackaTUM 2022 und hoffen, auch in Zukunft noch einiges von unseren beiden Gewinner-Teams und ihren innovativen Mitgliedern zu hören und zu sehen.

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