1. August 2019

IT-Sicherheit: Hotline für Notfälle gestartet


Kategorie: Service

Ein Beitrag von:

Dr. Stefan Döring
Dr. Stefan Döring

Co-Autor:
Elisabeth Wagner, - Content Managerin Elisabeth Wagner,
Content Managerin

Das sind die Albträume der Digitalisierung: Wenn der eigenen PC plötzlich von Fremden übernommen wird und „eine Geisterhand“ agiert, statt der eigenen Maus. Oder wenn die abgespeicherten Dokumente nur noch aus sinnlosen Zeichen bestehen. Noch erschreckender ist es, wenn eine E-Mail Lösegeld per Bitcoins fordert, um den PC wieder frei zu geben. Was tun?

Während Unternehmen für solche Fälle die interne IT-Sicherheit kontaktieren, herrscht im Privatleben oft erst mal Ratlosigkeit. Wen ruft man da an? Sollte man eine Anzeige gegen Unbekannt aufgeben?

Seit 1. August gibt es für solche Notfälle eine zentrale Telefonnummer des Bayerischen Landeskriminalamt (BLKA), die man sich schon mal notieren sollte:

 

089 1212-4400

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann auf einer Pressekonferenz einen Tag vor dem Start zur zentralen Zielsetzung:

Wir wollen, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger in solchen Fällen nicht mühsam durch die verschiedenen Zuständigkeiten hangeln müssen.

Sofortmaßnahmen und schnelle Weiterleitung

Was erwartet Sie, wenn Sie die Zentralnummer anrufen? Zunächst erhalten Sie eine erste Bewertung:

  • Klingt das Geschilderte nach einer Straftat?
  • Welche Sofort-Maßnahmen sind jetzt nötig?

Dann werden Sie bei Bedarf an zuständige Stellen weitergeleitet. Das können beispielsweise Expertinnen und Experten der Polizei oder des Bayerischen Cyber-Allianz-Zentrums sein.

Die Hotline ist durch LKA-Expertinnen und -Experten für IT-Kriminalität besetzt. Sie wechseln sich tageweise ab, erklärte Mario Huber, zuständig für Cyber Crime beim Landeskriminalamt Bayern. Bei Bedarf wird das Personal hier aufgestockt. Weitere Informationen finden sich auf der Seite der Polizei Bayern.

Bei IT-Sicherheit – im Zweifel lieber anrufen

Die Organisatoren der Hotline warben dafür, die gefühlte Schwelle für Anrufe niedrig anzusetzen. Dies bedeutet, dass Betroffene auch bei Verdachtsfällen anzurufen sollten. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach dazu:

Digitaler Einbruch kann die gleichen schweren Konsequenzen haben wie ein Einbruch ins eigene Haus, wirtschaftlich und seelisch. Das ist keine Bagatelle. Jetzt haben wir dafür eine Hotline vergleichbar der 110 bei Wohnungseinbrüchen.

Das gilt allerdings nur, wenn sich die Kriminellen an die Bürozeiten halten. Denn die Ansprechzeiten der Notfall-Hotline sind:

  • Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:00 Uhr
  • Freitag von 8:00 bis 14:00

Wenn Sie außerhalb der Zeiten Opfer von Cyberkriminalität geworden sind, kontaktieren Sie die für Sie zuständige Polizeidienststelle.

Natürlich sollten Sie Ihre Passwörter aktuell halten, wie Sie hier nachlesen können. Wir wünschen der neuen Hotline viel Erfolg!

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