9. Oktober 2019

Kooperation zur Digitalisierung – Regensburg im Dialog


Kategorie: Partner

Ein Beitrag von:
Dr. Stefan Döring

Gast-Autor:
Karsten Vier, - Leiter des Büros von CDO Thomas Bönig Karsten Vier,
Leiter des Büros von CDO Thomas Bönig

Am 16. Juli haben die Digitalisierungs-Verantwortlichen der drei größten Kommunen Bayerns eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel ist ein umfassender Kompetenz- und Erfahrungsaustausch zwischen Augsburg, Nürnberg und München. Jetzt hat auch die viertgrößte bayerische Stadt, Regensburg, Interesse an einer Städtepartnerschaft zur Gestaltung der digitalen Zukunft in der Öffentlichen Verwaltung signalisiert.

Kooperationen auf kommunaler Ebene sind wichtig im Sinne des gemeinsamen Fortschritts bei der Digitalisierung. IT-Referent Thomas Bönig hat dies hier bereits betont und über erste Erfolge berichtet. Erst kürzlich kamen Expertinnen und Experten aus Augsburg, Nürnberg und München zum Thema „Umgang und Nutzung Sozialer Medien“ zusammen.

Wenige Tage zuvor tauschten wir auch mit Regensburgs drittem Bürgermeister Jürgen Huber erstmals Erfahrungen und Ideen aus.

Regensburg: Fahrt aufnehmen auf dem Weg in die Smart City

Super Bild
Jürgen Huber, Bürgermeister in Regensburg, Foto: Herbert Stolz

Regensburg ist mit gut 160.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die viertgrößte Kommune im Freistaat. In Sachen Digitalisierung steht die Stadt nach Aussage von Jürgen Huber noch ziemlich am Anfang, will sich aber verstärkt engagieren. Als Umweltbürgermeister wurde er mit der Federführung Smart City Regensburg beauftragt.

Zu den Erfahrungen, die wir mit Jürgen Huber teilten, gehörte nicht zuletzt jene: Für viele Entwicklungen braucht es einen langen Atmen. Politikerinnen und Politiker aus anderen Städten schauen oft etwas ehrfürchtig auf das, was wir in München im Bereich Digitalisierung bereits erreicht haben. Doch das ging nicht von heute auf morgen, sondern über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren. Einer der ersten Stadtratsanträge zur Digitalisierung „Beteiligung im Netz …“ beispielsweise stammt aus dem Jahr 2004.

Thomas Bönig berichtete von den Schritten der Landeshauptstadt seit seinem Amtsantritt und der Gründung des IT-Referats. Als wichtigen Meilenstein präsentierte er die Grundzüge der im Juli verabschiedeten Digitalisierungsstrategie für München. Auch diese setzt nicht zuletzt auf Kooperationen zur gemeinsamen Bewältigung der anstehenden Herausforderungen. Allein die hohen Anforderungen des Onlinezugangsgesetzes sind im Alleingang kaum zu schaffen.

Diversität als ein Vorteil der Kooperation

Die Kooperationspartnerstädte Augsburg, Nürnberg und zukünftig vielleicht Regensburg sind hinsichtlich Herausforderungen und Möglichkeiten sicher nur eingeschränkt mit München vergleichbar. Dies schon aufgrund der Größenunterschiede.

Aber auch in den kleineren Städten gibt es erfolgreich umgesetzte Maßnahmen im Rahmen der Digitalisierung, die für München interessant sind. Zudem haben sie einige Vorteile hinsichtlich der Geschwindigkeit bei Entscheidungen in der Verwaltung. Nicht zuletzt, weil einzelne Ressorts größere Verantwortungsbereiche umfassen. In Regensburg beispielsweise ist der Referent für Informations- und Kommunikationstechnik unter anderem auch für Wirtschaft und Wissenschaft zuständig. Da wird mancher Abstimmungsmarathon zum Sprint. Von den daraus resultierenden schnellen Praxiserfahrungen kann auch München profitieren. So erfolgt der Austausch also durchaus auf Augenhöhe.

Jede Kommune hat natürlich ihre regionalen Besonderheiten. Deshalb wird jede bei der Implementierung neuer digitaler Ansätze und Arbeitsabläufe unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Doch das ist kein Hindernis, gemeinsam Lösungen für die Verwaltung zu erarbeiten und damit Geschwindigkeit in die Digitalisierung zu bringen.

So geht’s weiter mit der Städte-Kooperation

Als nächsten Schritt in der Zusammenarbeit bei der Digitalisierung werden die Münchner Expertinnen und Experten für das Thema Smart City Regensburg einen Besuch abstatten. Sie werden einen Überblick über die Aktivitäten in der Landeshauptstadt geben und von ihren Erfahrungen berichten.

Das IT-Referat wird die bisherigen Partnerstädte Nürnberg und Augsburg über das mögliche Interesse von Regensburg informieren. Bürgermeister Jürgen Huber zeigte sich sehr erfreut über die offene Ausrichtung des Kooperationsgedankens in München und befürwortet eine enge Zusammenarbeit. Und auch München würde sich sehr freuen, wenn man zukünftig zu viert den Weg der digitalen Transformation gemeinsam geht. Weitere Partnerstädte sind ausdrücklich erwünscht!

Der Gast-Autor

Karsten Vier ist seit 2001 in Stabstellen der IT-Leitung tätig und hat auch die Entwicklung der Stadtverwaltung in Richtung Digitalisierung begleitet. Eine Erfahrung hat er dabei immer wieder gemacht: Gerade in einer großen Stadt kann es auch bei kleinen Schritten einen langen Atem erfordern, um Konsens herzustellen.

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