11. Mai 2020

Mia gehn online! – Die Digitalisierungs­initiative für Münchner Klein­unternehmen


Kategorie: Partner

Ein Beitrag von:

Dr. Stefan Döring
Dr. Stefan Döring

Co-Autoren­schaft:
Benjamin Wimmer - Benjamin Wimmer
Die Corona-Pandemie bringt Münchner Kleinunternehmen zunehmend in Existenznot. Daher entwickelten zwanzig Expertenteams im Rahmen der Aktion „Mia gehn online!“ pragmatische Lösungen, damit Unternehmen ihr Angebot und ihre Dienstleistungen zukünftig auch online verkaufen und vermarkten können. Ein Beitrag in der Rubrik #ITforMuc:

Mia gehn online!

Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants, Bars, Friseure und andere Dienstleister machen München lebenswert und attraktiv. Stationäre Kleinunternehmen stehen aufgrund der Corona-Pandemie und den aktuellen Beschränkungen jedoch derzeit vor großen Herausforderungen. Viele haben existenzbedrohende Umsatzeinbußen. Arbeitsplätze sind gefährdet.

In der Corona-Krise hat die Digitalisierung an Bedeutung gewonnen. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt hat deshalb zusammen mit der ReDI School München und der UnternehmerTUM am 1. April eine schnelle und für Münchner Unternehmen kostenlosen Hilfsaktion gestartet: Unter dem Stichwort Mia gehn online!, konnten sich Münchner Händler, Gastronomen und Dienstleister bewerben. Angeboten wurde geballtes IT- und Beratungs-Know-How, um Online-Shops oder Online-Bestellsystemen zu etablieren und Zugang zu großen Vermarktungsplattformen zu erhalten.

Die Resonanz war trotz des sehr kurzfristigen Aufrufs riesig: Über 100 Münchner Kleinunternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie und Dienstleistung bewarben sich bei Mia gehn online!, um Unterstützung und Beratung bei der Entwicklung digitaler Lösungen zu erhalten. 300 Expertinnen und Experten aus Marketing, Kommunikation, Handel, IT, Digitalisierung und Recht arbeiten in insgesamt 25 Projektteams an der Entwicklung maßgeschneiderter Angebote. Ein toller Erfolg, wie das Video beweist:

Exemplarische Lösungen für alle

Aus den Bewerbungen wählten die Projektpartner bewusst Kleinunternehmen mit Problemen aus, die auch viele andere Unternehmen betreffen. Ziel war es, Lösungen „zum nachmachen“ zu entwickeln. Schnell wurden Teams gebildet, die am 1. April die digitale Zusammenarbeit starteten und innerhalb von 24 Stunden ihre Online-Lösung präsentierten. Alle übrigen Kleinunternehmen, die nicht direkt durch die Projektteams betreut werden konnten, wurden über Slack zum virtuellen Workshop eingeladen. So bestand für sie die Möglichkeit, sich mit den Expertinnen und Experten auszutauschen. Die Mitschnitte dieser Workshops sind ebenfalls für alle Interessierten online verfügbar.

Auf Grundlage der Ergebnisse des Aktionstages konnten verschiedene Leitfäden zu Themen wie Entwicklung von Websites und Online-Shops bis hin zur Nutzung von Social Media und anderer Kommunikationsmittel für den Vertrieb erstellt werden. Diese stehen nun als Hilfsangebot für andere betroffene Kleinunternehmen zur Verfügung.

Sophie Jonke, Mitinitiatorin von Mia gehn online! und Leiterin der ReDI School in München zeigte sich begeistert:

Die Resonanz, die wir von unserer Community erhalten haben, war gigantisch. Zum einen arbeiteten Teams an konkreten Lösungen für die Kleinunternehmen, die anderen Experten beantworteten Fragen in den über 25 Themenchannels von Social Media über E-Commerce, Design oder Rechtsfragen und DSGVO. Ganz besonders freuen wir uns, dass auch ReDI-Studierenden die Möglichkeit hatten, in München zu helfen und etwas zurückzugeben.

Web-Auftritt, Online-Bestellsystem oder neues Geschäftsmodell

Die umgesetzten Projekte sind so vielseitig und bunt wie die München selbst: Mit der Inhaberin des Schwabinger Blumenladens Blütenzauber entwickelte das Expertenteam zum Beispiel einen neuen, frischeren Web-Auftritt – inklusive Suchmaschinenoptimierung und Social-Media-Strategie. Das Team um das Restaurant Goldmarie entwickelte Strategie und Lösung für ein Online-Bestellsystem. Und für die Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Kathrin Zwickl stand sogar ein ganzer Business-Plan auf dem Programm, der ihre eigene Praxis trotz Corona-Krise zukunftsfähig aufstellt. Denn aktuell darf sie aufgrund der Corona-bedingten Einschränkungen nur Patienten mit einer ärztlichen Bescheinigung versorgen. Mit Hilfe des ihr zur Seite gestellten Expertenteams hat sie innerhalb weniger Stunden eine Strategie für eine Online-Praxis erarbeitet und diese umgesetzt.

Ein weiteres Team kümmerte sich um eine kleine spezialisierte Sattlerei, die keinen Online-Auftritt hatte. Erarbeitet wurde ein ansprechender Name sowie eine Google Präsenz. Eine neue Website und ein Instagram-Kanal wurden aufgesetzt – alles an einem Tag. Auch eine Goldschmiedin, ein Kindermöbelladen, ein Geschenke-Shop, ein Kosmetikstudio und viele mehr können von nun an ihr Angebot online verkaufen und vermarkten.

Landshut und Würzburg sind die nächsten Stationen für „Mia gehn online!“

Interesse an dem Projekt Mia gehn online! gibt es in ganz Deutschland. Mitinitiator Christian Mohr und Managing Partner bei der UnternehmerTUM ist sich sicher, dass man mit der Initiative einen Nerv getroffen habe. 

Am 12. Mai startet die Aktion nun in Landshut und Würzburg. Wir wünschen viel Erfolg für die Teams und dass viele gute und erfolgreiche Lösungen entstehen!

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