16. August 2021

Ein Blick in Münchens neues Mobilitätsreferat


Kategorie: Digital

Ein Beitrag von:

Dr. Stefan Döring
Dr. Stefan Döring

Co-Autoren­schaft:
Benjamin Wimmer - Benjamin Wimmer

Seit Anfang des Jahres arbeitet das neu gegründete Mobilitätsreferat aktiv an der Zukunft der Mobilität für unsere Stadt. Heute geben wir Ihnen einen Einblick in aktuelle und zukünftig geplante Aktivitäten und Ziele:

Sicher, nachhaltig, komfortabel – eine bessere Mobilität für München

Im letzten Jahr haben wir an dieser Stelle von der Gründung des neuen Mobilitätsreferats für München berichtet. Seit Januar hat das Referat seine Arbeit aufgenommen und ist inzwischen per eigener Webpräsenz muenchenunterwegs.de erreichbar – ähnlich wie unser Digitalportal mit Blog-Charakter.

Mit viel Tatendrang arbeiten die knapp 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des neuen Referats an der Münchner Mobilität von morgen. Hier werden nun alle Aufgaben rund um die Themen Verkehr und Mobilität in einem Haus gebündelt, was zur Beschleunigung der zahlreichen angestoßenen und geplanten Projekte beiträgt.

Die Ziele des Referats sind vielfältig: Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), umweltfreundliche Mobilitätsangebote sowie sichere Straßen und lebenswerte Plätze für alle. Mobilitätsreferent Georg Dunkel formuliert es so:

Alle Bürgerinnen und Bürger sollen komfortabel und sicher vorankommen – unabhängig davon, ob sie zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Öffentlichen Personennahverkehr oder dem Auto unterwegs sind. Das entspricht dem Stadtratsziel, die Verkehrswende in München umzusetzen. Deshalb packen wir jetzt viele unterschiedliche Maßnahmen an, die sich möglichst bald umsetzen lassen. Gleichzeitig arbeiten wir weiter an den großen, oft kniffligen Themen und entwickeln zusätzlich eine Gesamtstrategie für die Mobilität in München.

Zahlreiche Verkehrsprojekte bereits angestoßen

Sie werden es vielleicht bemerkt haben: Das Münchner Stadtbild wurde hier und da bereits von den Aktivitäten des neuen Referats beeinflusst. Neben zahlreichen baulichen Maßnahmen zum Ausbau von Radwegen und der Verbesserung des ÖPNV-Netzes, gibt es auch Maßnahmen, die für eine sofortige Verbesserung der Lebensqualität der Stadtbevölkerung sorgen. Eine kleine Auswahl dieser Projekte möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Sommerstraßen laden zum Flanieren ein

Bereits im vergangenen Jahr waren die Sommerstraßen ein voller Erfolg und kehren daher auch diesen Sommer wieder zurück. Für mehrere Wochen werden zehn Straßenabschnitte durch verkehrsberuhigende Maßnahmen umgestaltet. Durch die Einrichtung der Sommerstraßen entstehen zusätzliche Flächen zum Spielen, Flanieren und Entspannen. Die Sommerstraßen laden mit ihrer angenehmen Ausgestaltung durch Pflanzgefäße mit Blumen und Palmen sowie zahlreichen Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.

Die Westenriederstraße in München, eine der Sommerstraßen in 2021

Die Westenriederstraße, eine der Münchener Sommerstraßen in 2021, Quelle: muenchen.de/Michael Nagy

Bürgerschaftliche Projekte im Fokus

Vom 7. bis 12. September 2021 findet der städtische Mobilitätskongress statt. Aus diesem Anlass hat der Stadtrat beschlossen, zehn innovative Projekte von Münchner Bürgerinnen und Bürgern sowie bürgerschaftlichen Organisationen zu fördern. Bei einem Wettbewerb konnten Konzepte für die Mobilität von morgen eingereicht werden, die finanziell mit je maximal 25000 Euro unterstützt werden. Teilnahmebedingung war, dass die Vorschläge einen Beitrag zu einer klima- und sozial gerechten Mobilität leisten, die Aufenthaltsqualität von Straßen und Plätzen erhöhen und die Verkehrssicherheit steigern. Unter den Gewinnerprojekten sind unter anderem die Umgestaltung einer Kreuzung nach niederländischem Vorbild und ein Minibauerngarten auf einer Verkehrsinsel.

Bürgerbegehren Radentscheid wird umgesetzt

Das Mobilitätsreferat setzt die Forderungen der beiden Bürgerbegehren „Altstadt-Radlring“ und „Radentscheid“ bis 2025 in die Tat um. Damit soll in München die Rad-Infrastruktur mit verschiedenen Maßnahmen massiv gestärkt werden. Rund um die Münchner Altstadt soll beispielsweise ein durchgängiger und sicherer Radlring entstehen. Auf etwa 40 Straßen sind neue, breitere oder besser markierte Radwege mit sicheren Kreuzungen und Fahrradabstellplätzen geplant. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen wird von einem umfangreichen Informations- und Beteiligungspaket der Bürgerinnen und Bürger begleitet.

Auch in Zukunft noch viel vor

Neben der schnellen Umsetzung bestehender Projekte arbeitet das Mobilitätsreferat auch an der Umsetzung einer Gesamtstrategie für die Mobilität in München. Der Konzeptentwurf für die Mobilitätsstrategie 2035 legt wichtige übergeordnete Schritte und Eckpunkte der Münchner Verkehrswende für die kommenden Jahre fest. Nach dem Sommer sollen die Inhalte gemeinsam mit der Stadtgesellschaft, der Wirtschaft sowie allen weiteren Beteiligten vertieft und schon innerhalb eines Jahres finalisiert werden.

Die Beteiligung der Stadtgesellschaft beginnt im Rahmen des Münchner Mobilitätskongresses im September, zu dem alle Interessierten eingeladen sind, den Entwurf mitzudiskutieren und Vorschläge einzubringen.

Wir wünschen dem Mobilitätsreferat weiterhin gutes Gelingen und rufen alle interessierten Münchnerinnen und Münchner zur Mitarbeit auf!

1 Kommentar
  1. Anmerkung vorab :
    „Schreiben Sie doch den ersten Kommentar…“ lautet die freundliche Aufforderung oben. Doch dann : „Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht“. – Also, ich würde gerne beim „Sie“ blieben. Wir sind ja hier nicht beim Jugendmagazin „Bravo“, oder ?

    Zum Thema „Mobilität in München“ :
    Als jemand, der etwa 40 Jahre lang beruflich mit dem Auto in München unterwegs war, muss ich leider sagen, dass alles, was in dieser Stadt in den letzten mehr als 20 Jahren verkehrstechnisch geschehen ist, so gut wie nichts mit „Mobilität“ zu hat. Der Verkehr wurde mutwillig lahmgelegt. Schon in den 80ern äußerte die einstige Stadtbaurätin Thalgott in der SZ : „Der Stau kann ein Mittel der Verkehrspolitik sein“
    Einzige Ausnahme von dieser Strategie : Die Untertunnelung des Mittleren Rings an verschiedenen Stellen, welche durch Bürgerentscheide erzwungen wurde. Aber dies ist bereits Jahrzehnte her…

    Manchmal wünsche ich mir, man könnte die „grünen“ Stadträte und andere Fahrrad-Ideologen als Handwerker, Lieferanten, Taxifahrer oder dergleichen Kfz-Berufe mal ein Jahr lang unter den Bedingungen arbeiten lassen, die sie in dieser Stadt geschaffen haben.
    Vielleicht würden sie dann verstehen, dass eine Großstadt VERSORGUNGSADERN braucht, die man nicht beliebig verengen kann.
    Dies führt zum Infarkt ! Und für die unzähligen Dienstleister, die unter solchen Bedingungen arbeiten müssen, ist es die absolute Zumutung !

    Mittlerweile bin ich in Rente, habe mein Auto abgeschafft, weil ich in der Innenstadt wohne und meistens zu Fuß und MVV unterwegs bin.
    Jedoch : München ist nicht nur Auto-feindlich, München ist auch Fußgänger-feindlich !

    Ja, München hat schöne Fußgängerzonen. Wunderbar ! Aber da rasen helmbewehrte Radfahrer auf Mountainbikes mit Karacho durch, auch unzählige E-Roller-Fahrer, zu zweit oder gar zu dritt auf einem Scooter – quer über den Marienplatz, ohne dass dies Folgen für sie hat. Allenfalls stehen einmal pro Woche städtische Aufpasser da – quasi als Alibi. Doch konsequent und nachhaltig durchgegriffen wird nicht.

    Und wozu hat München all die schönen Gehwege angelegt ? Dafür, dass auch hier wieder erwachsene Radfahrer gegen sämtliche Regeln verstoßen und Fußgänger gefährden ? Und was ist mit der BEPARKUNG DER GEHWEGE durch unzählige Fahrräder, Motorroller und Motorräder ? Ganz zu Schweigen von der Nutzung der Gehwege durch kommerzielle E-Roller-Vermieter, deren angestellte Verteiler diese Vehikel immer wieder in 3er- oder 4er-Formationen SCHRÄG über die Gehwege plazieren. Noch schlimmer sind die Nutzer der Roller, indem sie die Fahrzeuge ohne jede Rücksicht kreuz und quer auf den Gehwegen abstellen.
    Haben sich die Ideologen einer „modernen Mobilität“ jemals Gedanken darüber gemacht, dass das Befahren und Beparken der Fußwege, der GEHWEGE nichts mit dem Zweck zu tun hat, wofür diese eigentlich gebaut wurden ? Hat man jemals versucht, sich zum Beispiel in einen BLINDEN MENSCHEN hineinzuversetzen, der/die mit diesen Zuständen zurecht kommen muss ?
    Der BAYERISCHE BLINDENVERBAND hat vieles versucht, u.a. mit Hilfe des Bayerischen Rundfunks, um die städtischen Offiziellen auf diese Problematik aufmerksam zu machen. GESCHEHEN IST NICHTS !

    Zum Thema ÖPNV :
    Ich fahre nahezu täglich U-Bahn, habe ein Monatsabonnement. Aber ebenso fast täglich ist auf den Nachrichtentafeln des MVV zu lesen : „Wegen einer Betriebsstörung… wegen einer Fahrzeugstörung… wegen einer Weichenstörung kommt es zu Verspätungen…“
    Der MVV kriegt seinen Betrieb technisch nicht in den Griff – und dies seit Jahren. Nur bei den Preiserhöhungen in immer kürzeren Abständen ist der MVV / MVG wirklich meisterlich.

    Damit schließe ich meinen Kommentar – auch wenn es zum Thema Mobilität in München noch sehr viel zu sagen gäbe.

    E.N.

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