„München, was geht?“ – wie Open Data zu einem coolen Projekt werden kann

12. Juli 2022
Ein Beitrag von Elisabeth Wagner

Sind die Münchner Hotels im Sommer eher ausgelastet als im Winter? Wieviel Besucher waren auf der Wies‘n? Studierende der Hochschule Augsburg haben mit Hilfe von Open Data der Stadt München die Webseite „München, was geht?“ entwickelt. Ergebnis ist eine anschauliche und zugleich informative, mit witzigen typischen Münchener Details versehene Datenvisualisierung. Kerstin Findeisen sprach mit Sarah Schneller aus dem dreiköpfigen Kreativteam über die Entstehung des interaktiven Werkes.

Daten aus dem Open Data Portal

Entwickelt wurde „München, was geht?“ von Sarah Schneller, Henrike Böck und Sebastian Geier – zwei Studentinnen für Interaktive Medien und ein Student für Informatik der Hochschule Augsburg. Sie machten sich im Herbst 2021 im Rahmen ihres Masterstudiengangs im Fach Datenvisualisierung auf die Suche nach öffentlich zugängigen und gut aufbereiteten Daten. Nachdem sie in Augsburg nicht fündig wurden, stießen sie auf das OpenData-Portal der Stadt München. Bei den Tourismusdaten sprang ihre Fantasie an, berichtet Sarah Schneller:

Cool, da gibt es richtig viele Daten für unser Projekt, war der erste Eindruck.​

Komplexe Daten in einem Bild erfassbar gemacht

Grafik aus dem Heroku Portal mit Daten zu Besuchszahlen in München in 2019auf einen Blick und im Detail

Grafik aus dem Heroku Portal: Daten – auf einen Blick und im Detail

Die Anwendung ist einfach zu bedienen. Ein paar Informationen vorab, die man mit „weiter“ und „Los geht’s“ bestätigt. Dann zeigt das farbige Bild, dass es wirklich losgeht mit der interaktiven Darstellung. Schiebt man den Regler beispielsweise auf Juli, erhält man die Besuchszahlen für Hotels, den Zoo, Theater und andere Einrichtungen Münchens für den schönen Sommermonat. Hübsch, wie sich im Verlaufe des Jahres und mit Schieben des Reglers auf weitere Monate auch die Vegetation im Bild verändert. Im Oktober beginnt sich das Wies‘n-Riesenrad zu drehen. Bei Klick auf die einzelnen Einrichtungen, öffnen sich detaillierte Statistiken.

Technik und Möglichkeiten von „München, was geht?“

Open Data war Grundvoraussetzung für die Arbeit der Studierenden. Von den Expertinnen und Experten des Open Data-Teams im IT-Referat erhielten sie sehr bereitwillig Unterstützung. Und zum Abschluss von den Studierenden noch ein schriftliches Dankeschön dafür, wie professionell die Stadt diese Verwaltungs-Datensätze zur Verfügung stellt.

Aktuell sind auf der über die offene Entwickler-Plattform Heroku laufenden Anwendung die Daten auf das Jahr 2019 begrenzt. Das Projekt ist abgeschlossen und die Jahre 2020/21 waren von Corona mit verminderten Buchungen geprägt. Jederzeit könnten die weiter fortlaufenden Daten jedoch eingebunden werden, erklärt Sarah Schneller.

Für Interessierte, hier noch einige technische Details:

  • Technologie: Docker mit VueJs, Deployment auf heroku
  • Design Software: Adobe Illustrator, Adobe AfterEffects, Figma
  • Daten: OpenData-Portal der Stadt München

Wie geht es weiter?

Für die Studenten soll es entweder in die Forschung gehen oder in ein berufliches Ziel, das Informatik und Gestaltung verbindet. Je nach gewähltem Schwerpunkt im Studiengang Interaktive Mediensysteme kann die Richtung in die Bereiche Websysteme, Games, Mobile Experience oder künstliche Intelligenz gehen, verrät Sarah.

Die Stadt München hat sich mit der Fortführung des Projektes E- und Open Government zum Ziel gesetzt, die OpenData-Plattform weiterzuentwickeln. Kommentar von Frank Börger, im Bereich E- und Open-Government für Open Data zuständig:

Klasse, diese Daten so aufbereitet zu sehen. „München, was geht?“ ist eine Inspiration und zeigt anschaulich, was möglich ist.

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