Elektroschrott reduzieren mit Open Source Betriebssystemen

25. Juli 2022
Ein Beitrag von Andreas Feiertag

Viele kennen das Problem: Je älter die Hardware, desto langsamer laufen die Betriebssysteme. Am Ende sehen viele Verbraucherinnen und Verbraucher nur noch die Anschaffung eines neuen Computers als Lösung. Das muss aber nicht sein. Die Landeshauptstadt München klärt jetzt über die Möglichkeit auf, wie man mit der Nutzung von Linux Elektroschrott reduzieren kann. Mit den kostenfreien Open Source Betriebssystemen lassen sich nämlich auch ältere Geräte schnell und zuverlässig betreiben.

Computer mit Open Source Betriebssystemen länger nutzen

Die häufig standardmäßig verwendeten Betriebssysteme haben hohe Hardware­anforderungen. Das führt dazu, dass Computer oft schon nach wenigen Jahren spürbar an Leistungsfähigkeit verlieren. Aktuell führen der Chipmangel und die damit verbundenen Versorgungsengpässe bei neuen Computern auch noch dazu, dass die Neuanschaffung schwieriger und teurer wird. Die Installierung des kostenlosen und freien Betriebssystems Linux kann hier Abhilfe schaffen. Denn Linux bietet im Großen und Ganzen die gleichen Funktionen wie herkömmliche Betriebssysteme, funktioniert aber auch auf älteren Geräten gut.

Wissenswertes über verschiedene Open Source Betriebssystemen

Es gibt verschiedene Anbieter für Linux-Betriebssysteme. Die Stadt München hat vor allem Erfahrung mit Ubuntu und Lubuntu, die wir nachfolgend kurz vorstellen.

Ubuntu ist ein besonders nutzungsfreundliches Betriebssystem auf Linux-Basis. Das System besteht zum größten Teil aus frei verfügbarer Software, die von allen kostenlos genutzt werden kann. Ubuntu wird vom Anbieter gemeinsam mit Privatpersonen über das Internet entwickelt. Die zugrunde­liegenden Lizenzen stellen sicher, dass die Software auch in Zukunft frei verfügbar ist.

Lubuntu steht für „Lightweight Ubuntu“, was so viel bedeutet wie „leichtgewichtiges Ubuntu“. Diese Version geht noch sparsamer mit dem Speicherplatz um. Sie wird deshalb vor allem für Computer empfohlen, die eine geringe Hardware-Leistungsfähigkeit haben. Damit läuft Lubuntu auch auf älteren Computern sehr gut.

Wer noch tiefer in das Thema einsteigen will, wird im Internet schnell fündig, etwa bei Fachmedien wie Heise oder in den Linux-Foren.

Landeshauptstadt bietet Informationen zu Open Source Betriebssystemen

Motiviert durch die Erfahrung der Münchner Stadtverwaltung mit dem Linux Open Source Betriebssystem Ubuntu, hat der Stadtrat diese nun beauftragt, Bürgerinnen und Bürgern über die Möglichkeiten von Linux zu informieren. Auf die im Antrag der Fraktion ÖDP/ München-Liste angedachte Möglichkeit, passende Linux-CDs und USB-Sticks zur Verfügung zu stellen, wurde auf Anregung des IT-Referats verzichtet. Vielmehr soll die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite über die Vorteile der Linux Open Source Betriebssysteme und aktuelle Download­möglichkeiten informieren.

Diese Seite ist jetzt online. Neben grundlegenden Informationen enthält sie Links auf die Downloadseiten der professionellen Linux Distribution sowie Hinweise, wo man Unterstützung bekommt.

Damit möchte die Landeshauptstadt einen wichtigen Weg zur Vermeidung von Elektroschrott aufzeigen, wie Bürgerinnen und Bürger ihre Computer mit Hilfe von Linux länger nutzen können.

Weitere Beiträge zum Themenspektrum nachhaltige IT

Auf weitere Möglichkeiten einer nachhaltigen IT weisen wir hier im Blog immer wieder hin. Sei es durch nachhaltige Konzepte in der IT oder durch Green Coding bei der Softwaregestaltung. Für alte Hardware, die ungenutzt in der Schublade liegen oder im Keller verstauben, gibt es Initiativen wie Computertruhe e.V. und wenn mit weiterer Nutzung gar nichts mehr geht, ist Recycling der richtige Weg. Viele weitere Informationen finden sich bei den Hinweisen des Abfallwirtschaftsbetriebs AWM.

Kommentare (3)


  1. Hi zusammen,

    Das “L” in Lubuntu stammt eigentlich von den Namen der beiden Desktop-Umgebungen LXDE und LXQt ab, wo es dann jedoch tatsächlich für “lightweight” steht. 😉

    Grüße,
    Mac

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  2. Hallo Azbyx,
    der Umstieg auf Windows ändert nichts daran, dass die Stadtverwaltung Open Source grundsätzlich positiv sieht. Die LHM selbst nutzt Open-Source-Systeme an vielen Stellen und sieht es positiv, wenn ältere Geräte mit Hilfe von Linux weiter genutzt werden können.

    Viele Grüße
    Team Digital.News

    Antworten
  3. Spannend, dass sowas jetzt kommt, wo doch “eben erst” der Umstieg von LiMux (einem München-spezifisch angepassen Linux) auf Windows erfolgt ist…

    Antworten

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Ein Gastbeitrag von:
Andreas Feiertag
Leiter Abteilung Controlling, Benchmarking und Compliance im IT-Referat
Co-Autoren­schaft:
Jessica Przybylski
Blogteam muenchen.digital