RIS-Internet: neuer Auftritt für das Rats­informations­­system

5. November 2021
Ein Beitrag von Dr. Stefan Döring

Aktuelle und richtige Informationen sind eine unverzichtbare Voraussetzung für politische Teilhabe. Für die Arbeit der politischen Gremien der Landeshauptstadt München ist das Ratsinformationssystem, kurz RIS, die zentrale Quelle. Nun hat das Portal eine grundlegende Modernisierung erfahren. Dabei wurde es konsequent auf intuitive Bedienbarkeit ausgerichtet, einschließlich komfortabler Such- und Abonnenten­funktionen. Unser Eindruck nach einem ersten Test: Das neue RIS-Internet macht richtig Spaß! Hier unser Bericht und der Link zum eigenständigen Erkunden des RIS-Internet.

Mehr politische Teilhabe dank des neuen RIS-Internet

Im Ratsinformationssystem können Beteiligte und Interessierte schon immer auf die Unterlagen im Umfeld von Stadtrat, Bezirksausschüssen und Bürger­versammlungen zugreifen. Nach 15 Jahren war das alte System aber nicht mehr auf dem Stand der Technik.

Das neue RIS hält viele Verbesserungen bereit. Beispielsweise sorgt die automatische Anzeige neuer Vorgänge aus den jeweils letzten sieben Tagen auf dem Startbildschirm für Aktualität. Auch kann man sich jedes Dokument in einer Vorschau ansehen. Man muss es nicht erst herunterladen. Wer jemand anderen auf eine Unterlage aufmerksam machen möchte, kann direkt aus dem System heraus eine E-Mail mit dem entsprechenden Link senden.

Mindestens genauso spannend ist das Angebot, Neuigkeiten zu Vorgängen, Gremien oder Personen zu abonnieren. Dann wird man benachrichtigt, wenn eine abonnierte Vorlage behandelt wird oder der Status wechselt. Bei Abonnement eines Gremiums erfährt man, wenn ein neuer Termin eingestellt oder die Tagesordnung freigegeben wurde. Das Anlegen eines Accounts ist für Abonnements nicht erforderlich. E-Mail genügt.

Zudem besteht die Möglichkeit, sich tagesaktuell über neue Anträge, Sitzungs­vorlagen, Sitzungs­termine et cetera per RSS-Feed informieren zu lassen. Hierzu müssen keine persönlichen Daten hinterlegt, sondern nur die Links in einen entsprechenden RSS-Reader eingepflegt werden.

Wie das folgende Video zeigt, erleichtert das RIS-Internet so nicht nur die politische Arbeit, sondern lädt die Stadtgesellschaft ein, sich zu informieren und zu beteiligen:

Zielgerichtete Information durch Struktur und Filter

Das Design des neuen Ratsinformationssystems orientiert sich in Aufbau und Farbgebung am städtischen Informationsportal muenchen.de.  Nicht nur das erhöht die Wiedererkennung. Anhand der Farbe erkennt man zudem auf den ersten Blick, aus welchem Umfeld die Unterlage kommt. Ein Konzept, das sich durch das gesamte Portal zieht: Gelb steht für Stadtrat, Lila für die Bezirks­ausschüsse, Blau für die Bürger­innen- und Bürgerversammlungen, Grün für die Stadtverwaltung.

Das Menü ermöglicht vielfältige Auswahl und Darstellung des großen Informationsangebotes des RIS. So kann man sich einen Sitzungskalender oder alternativ eine Terminliste aufrufen. Auch können die Nutzerinnen und Nutzer nach Monat, Quartal oder Wahlperiode filtern. Über die Schaltfläche „Gremien“ gelangt man schnell zum gewünschten Ausschuss, Stadtrats- oder Bezirksausschuss-Mitglied. Unter „Service“ warten grundlegende Einstiegsinformationen, Hilfen sowie Fragen und Antworten.

Hoher Bedienkomfort entsteht durch eine durchdachte Mischung von Struktur und zahlreichen Querverweisen. Intuitives Suchen und Navigieren gelingt da wie von selbst. Man kann über ein Auswahlmenü in der Startleiste einsteigen oder sich über die Links immer weiter führen lassen. Auch die Dokumente sind an allen wichtigen Orten verlinkt.

Filter sind allgegenwärtig. Ob Gremium, Zeitraum, Status – solche Attribute werden durchgehend als Auswahlkriterien angeboten. Auch in den integrierten Suchfunktionen tauchen sie wieder auf. Denn wie das folgende Video erklärt, gibt es mehrere Suchen: Ob per Schlagwort oder in der Detailsuche wird man im RIS nun schneller fündig.

Per RIS-Internet auf den Weg zur papierlosen Gremienarbeit

Rechts oben auf der Startseite des RIS befindet sich ein Login-Feld, das sich an Mitglieder des Stadtrats und der Bezirksausschüsse richtet. Das hier eingebettete „Extranet“ bietet die Voraus­setzungen für eine papierlose Gremienarbeit.

Dazu gehört zum einen die elektronische Ladung für die Sitzungen, die bereits seit 2020 eine wählbare Option für Mitglieder des Stadtrats ist. Zum anderen geht es um die elektronische Zustellung von Stadtrats­anfragen und -anträgen und schließlich um die künftige Möglichkeit für Stadtrats­mitglieder, im Portal auch Unterlagen zur Sitzungs­vorbereitung zu bearbeiten sowie während der Sitzung zu nutzen. Dies ist derzeit Thema eines weiteren Pilotprojekts.

Und damit alles reibungslos funktioniert, gab es noch eine weitere Umstellung hinter den Kulissen: Das gesamte System wurde auf den Standard Unicode umgestellt und ist natürlich mobil nutzbar und barrierefrei.

Die Tutorialvideos zur Nutzung des Systems finden Sie wie immer in unserer Youtube-Liste. Wer jetzt Lust hat, das neue RIS zu testen, ist herzlich eingeladen:

Kommentare (6)


  1. Ich habe das RIS, weil es keine Volltextsuche kennt, kaum benutzt, sondern immer muenchen-transparent.de, das auf dem RIS aufsetzt. Dieses hat auch eine Geodaten-Verknüpfung. So konnte ich auch aus anderen Anwendungen (wie radwegplanung-muenchen.de) mit einem Rechtsklick auf eine Straße alle Dokumente im RIS anhand von Koordinaten und dem Thema Fahrrad erhalten – sehr praktisch. Das neue RIS hat die Schnittstelle zu muenchen-transparent.de ignoriert – sehr schade, und eine Ohrfeige für OpenData und OpenSource Software.

    Es wäre besser gewesen, entweder die erfolgreichen Konzepte von muenchen-transparent.de zu übernehmen (Geodaten, Volltextsuche), oder die Schnittstelle zu muenchen-transparent.de zu erhalten. Für mich ist das neue RIS ein Rückschritt.

    Antworten
    • Sehr geehrter Herr Dr. Hälsig,

      danke für das Feedback. Die Schnittstelle zu muenchen-transparent funktioniert aber wieder!

      Viele Grüße, Stefan Döring

      Antworten
  2. Klasse Leistung!!!

    Das neue RIS-Internet sieht gut aus (moderner Look). Es ist übersichtlich, die Ausgabezeiten von Anfragen und der Auswahl sind richtig flott, Responsiv Design funktioniert perfekt. Das neue RIS-I repräsentiert den digitalen Auftritt der LHM hervorragend!!!

    Weiter so!

    Antworten
  3. Ist das neue RIS eine Open-Source-Software oder handelt es sich dabei um ein graphisch angepasstes, kommerzielles RIS?

    (Und ein Impressum fehlt dem RIS noch.)

    Antworten
    • Das neue RIS-Internet ist keine Open-Source-Software, sondern ein kommerzielles Produkt.
      Das Impressum (https://risi.muenchen.de/risi/service/impressum) ist vorhanden und kann entweder über das Menu “Service” oder am Ende jeder Seite aufgerufen werden.

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Co-Autoren­schaft:
Gerlinde Lederer, IT-Projektleiterin RIS-Weiterentwicklung; Elisabeth Wagner, Content Managerin