Shared Mobility in München – MVGO mit guten Fortschritten

4. Juli 2022
Ein Beitrag von Elisabeth Wagner

Im Februar 2022 hat die Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG) auf der MVGO App ihre Shared Mobility Angebote zusammengeführt. Darunter versteht man jene individuellen Verkehrsmittel, die von Einzelnen kurzfristig, ganz nach Bedarf und in der Regel kostenpflichtig genutzt beziehungsweise geteilt, englisch: shared, werden. Kerstin Findeisen sprach mit Sinaida Cordes, Leiterin des Geschäftsbereichs Mobilitätsentwicklung, Innovation und Strategie der Stadtwerke München (SWM). Diese berichtet über die Entwicklung der App durch die SWM Services GmbH, vielversprechende Nutzungszahlen und die Rolle der MVG bei der Vernetzungsinitiative Mobility inside, die in Zukunft deutschlandweite Buchungen ermöglichen soll.

MVGO und MVG more – Zusammenführung erfolgreich

90000 Downloads im ersten Monat. Sinaida Cordes ist zufrieden, wie die App „MVGO“ nach der Zusammenführung von „MVG more“ und der Pilot-App „MVGO“ angenommen wird. Und obwohl das Wetter mit Schnee und Kälte im Februar/März nicht dafür ausgelegt zu sein schien, gab es in den ersten sechs Wochen über 71000 Rad-Buchungen, bis Ende Mai waren es bereits 200000 Fahrten.

Aktuell können über die App MVGO die MVG Mieträder, E-Scooter und E-Mopeds der Sharing-Anbieter TIER und Voi gefunden und dann bei den Anbietern gebucht werden. Weitere Angebote sollen Schritt für Schritt hinzukommen, etwa im Herbst der ÖPNV-Ticketshop, wie er in der MVG Fahrinfo integriert ist. Außerdem kommt über die DEFAS die Verbindungsauskunft des ÖPNV dazu. DEFAS steht für das „Durchgängige Elektronische Fahrgastinformations- und Anschlusssicherungs-System Bayern” und ist unter dem Namen „Bayern-Fahrplan” bekannt. Die Informationen zu den anderen Anbietern werden durch den SWM bereitgestellt. Sinaida Cordes zu dieser Entwicklung:

Autorenbild Sinaida Cordes
Sinaida Cordes, SWM

Das ist ein gelungener Start und gibt gute Hoffnung, dass die App wirklich das Standbein für Mobilitätsangebote in München wird.

Shared Mobility als Teil einer ehrgeizigen Mobilitätsstrategie

Die „Mobilitätsstrategie 2035“ gibt die Leitplanken für die Verkehrswende der Stadt München vor. Danach wird das Mobilitätsreferat in den kommenden Jahren knapp 20 Teilstrategien verfolgen. Möglichst emissionsfreie Angebote sollten helfen, das erklärte Ziel der Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen. Mit dem Stadtratsbeschluss vom 19. Januar 2022 wurden Mobilitäts- und IT-Referat unter anderem beauftragt, die MVG dabei zu unterstützen, eine Mobilitätsplattform inklusive der „MVGO“ mit einem eigenen Ticketing zu entwickeln. So soll individuelle Mobilität ganz ohne Auto möglich werden.

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Mehrere Darstellungen zur Shared Mobility App "MVGO" der MVG. Symbolbild für Shared Mobility in München.

Ansichten der MVGO App. Quelle Bilder: SWM, Collage: IT-Referat

Vorne mit dabei bei deutschlandweiten Angeboten

Im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer aber auch der Anbietenden von Mobility Diensten will die MVG noch weiter denken, berichtet Sinaida Cordes. Daher engagiert sich das städtische Unternehmen als Gesellschafterin in der bundesweiten Vernetzungsinitiative Mobility inside. Mit Alexander Albert (SWM) stellt es einen Geschäftsführer. Neben München sind die Deutsche Bahn, der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und zehn weitere Verkehrsverbünde mit dabei.

Am 4. April 2022 ging die erste Version der Mobility inside App mit vier Partnern an den Start, die rund 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland abdecken. Die MVG ist dabei. So können Fahrgäste mit der gewohnten App auch an vielen anderen Orten Mobilitätsangebote finden und direkt buchen. Die Sharing Anbieterunternehmen müssen perspektivisch den Aufwand zur technischen und organisatorischen Integration nur einmal leisten. Eingebunden ist hier auch die DEFAS Bayern.

Die Entwicklung der MVGO App

Vor der Integration der App MVG more war die MVGO App bereits in einer einjährigen Pilotphase online. Ein etwa fünfzehnköpfiges Team entwickelte gleichzeitig die Anwendungen für iOS und Android und forderte sich dabei gegenseitig heraus, berichtet Sinaida Cordes. Aufbauen konnten die Expertinnen und Experten auf den Erfahrungen mit den bisherigen Apps und den hier integrierten Massenprozessen Bezahlung und Abrechnung. Aber auch Erkenntnisse aus der Pilotphase der MVGO wurden eingebracht. Im Austausch mit dem Mobilitätsreferat wird nun stetig daran gearbeitet, weitere Verkehrsmittel wie beispielsweise Car-Sharing-Angebote in die App zu integrieren.

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