31. März 2020

Studie bestätigt: Smart City München auf gutem Weg


Kategorie: Digital


Ein Gastbeitrag von:
Dr. Maximilian Eberl, - Projektleiter Smart City und Restrukturierung bei Haselhorst Associates Dr. Maximilian Eberl,
Projektleiter Smart City und Restrukturierung bei Haselhorst Associates



Hinweis: Gastbeiträge sind persönliche Inhalte der Autor*innen und geben nicht die Ansicht der Landeshauptstadt München wieder.
Wie steht die Smart City München eigentlich im deutschlandweiten Vergleich da? In welchen Bereichen ist München bereits „smart“ und wo gibt es noch Verbesserungspotential? Im Gastbeitrag stellt Dr. Maximilian Eberl die Studie der Unternehmsberatung Haselhorst Associates vor und gibt Antworten:

Smart City als langfristige Aufgabe

Smart-City-Projekte sind langfristig angelegt und werden nicht von heute auf morgen umgesetzt. Querschnittsstudien zum Stand der Dinge sind daher wenig aussagekräftig, denn sie bieten lediglich eine Momentaufnahme. Eine Betrachtung über mehrere Jahre ist erforderlich, um die Entwicklung und das Potential der Städte zu beurteilen.

Mit der zweiten Studie von Haselhorst Associates ist eine erste Längsschnittbetrachtung möglich. Dazu wurden die 400 größten Städte hinsichtlich ihres Status in Sachen Smart City untersucht.

Smart City Ranking 2019

Für die Studie wurden acht Segmente definiert, die für eine Indikation von Smart Cities relevant sind: Smart-City-Strategie, Digitale Infrastruktur, Mobilität, Energie & Umwelt, Gebäude & Sicherheit, Gesundheit, Bildung und Verwaltung.

Die Auswertung des Status quo fußt zudem auf 52 Kriterien und über 20.000 Datensätzen. Die Daten stammen größtenteils von Websites der Kommunen und deren relevanter Stakeholder, aus amtlichen Statistiken sowie aus Erhebungen von Unternehmen und Verbänden.

SMART-CITY-RANKING 2019, Quelle: Haselhorst Associates

Die Smart City München bundesweit auf Platz 3

München belegt in der Studie nach Köln und Hamburg den dritten Platz und verteidigt diesen damit erfolgreich seit 2018. Am weitesten entwickelt im Vergleich zu den anderen betrachteten Städte sind die Bereiche digitale Infrastruktur (43%), Smart Mobility (30%), Smart Energy (15%) und Smart Health (14%). Allerdings konnte München in keinem der Smart-City-Segmente gegenüber 2018 nennenswerte Fortschritte erzielen.

Die Digitalisierungsstrategie Münchens mit dem Leitmotiv „München.Digital.Erleben.“ zielt auf die Entwicklung einer digitalen Infrastruktur, der digitalen Verwaltung und digitaler Angebote für die Stadtgesellschaft. Was hier auf dem ersten Blick fehlt, ist eine übergeordnete Gesamtstrategie für die Entwicklung zur Smart City München. Aber da München mit der Digitalisierungsstrategie das Streben nach Verbesserung des Lebensraums für ihre Bürgerinnen und Bürger nach langfristig und strategisch verankert, ist das wichtigste Indiz für eine Entwicklung zur Smart City dennoch erfüllt. Hier punktet München deutlich.

Digitales Deutschland 2019, Smart-City-Ranking München, Quelle: Haselhorst Associates

Wegweisende Smart-City-Projekte

Zentrale Projekte bringen die Transformation zur Smart City München voran.

  • Im Rahmen des Projekts LOS DAMA! werden lebenswerte Freiräume gesichert und entwickelt.
  • ASTUS zielt auf die Reduzierung von CO2 in den Stadtregionen des Alpenraums durch eine entsprechende Verkehrs- und Siedlungsplanung ab.
  • Das Projekt City2Share fördert die E-Mobiltität in München: Partner aus Verwaltung, Forschung und Industrie erproben neue Lösungen für das Car- und Bikesharing, die City-Logistik und autonomes Fahren.
  • Das von der EU geförderte Projekt Civitas Eccentric vereint Elektromobilität, Logistik, geteilte Mobilität und das Mobilitätsmanagement in einem Ansatz. Der Domagkpark und Schwabing sind dabei Modellquartiere für die Stadtentwicklung und Mobilität.
  • Am EU-Projekt Smarter Together sind neben München, Lyon und Wien auch Santiago de Compostela, Venedig und Sofia beteiligt. Es dient der Förderung der E-Mobilität und energetischen Sanierung von Gebäuden. So sollen CO2-Emissionen um 20% verringert und der Gebrauch erneuerbarer Energie um 20% gesteigert werden. Neuaubing-Westkreuz/Freiham wurde dabei zu Deutschlands größtem Stadtteil-Entwicklungsgebiet. Bis 2050 soll es CO2-neutral sein.

Mit diesen und anderen Aktivitäten behauptet München sich unter den Top 3 der deutschen Städte auf dem Weg zu einer echten Smart City München.

Fünf zentrale Projekte der Smart-City-Transformation in München, Quelle: Haselhorst Associates

Insgesamt großer Nachholbedarf bei der Entwicklung intelligenter Städte

Die deutschen Kommunen haben bei der Entwicklung von Smart Cities zwischen 2018 und 2019 Fortschritte gemacht. Besonders gut entwickelt sind die Sektoren Smart Mobility und Smart Energy & Environment. Aber das Ranking von 2019 zeigt auch, dass bei der Entwicklung von Smart-City-Strategien und den Investitionen in die digitale Infrastruktur noch Nachholbedarf besteht. Insbesondere flächendeckende Glasfasernetze seien hier genannt.

München ist Landeshauptstadt und wichtiger Anker einer ganzen Region. In dieser Rolle konnte die Stadt die Position des Vorreiters weiterhin behaupten. Sie schöpft mit kreativen Projekten die bestehenden Entwicklungspotenziale aus, um eine langfristige Transformation zur Smart City München erfolgreich zu gestalten. Die kommende Studie von Haselhorst Associates wird den Erfolg und die Fortschritte daher mit Sicherheit erneut aufzeigen.

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