12. Juli 2019

Tacheles reden beim FutureCamp 2019


Kategorie: Events

Ein Beitrag von:

Lisa Zech
Lisa Zech

Eine digitale und attraktive Stadt München – Was bedeutet das eigentlich? Gemeinsam mit dem ADAC haben wir darauf Antworten gefunden, beim 2. FutureCamp am 29. Juni. 250 Studierende und Auszubildende diskutierten mit Kolleginnen und Kollegen und zukünftigen Nachwuchskräften, wie die Zukunft der Arbeit aussehen kann.

Tolle Ideen, vielseitige Diskussionen und eine unglaubliche Motivation

Das Engagement, neue Impulse zu setzen und die Zukunft mitzugestalten, war von Beginn an deutlich zu spüren. Die Teilnehmenden wollten etwas verändern. Und ja, sie wollten ihrem Ärger über so manch störende Regelung und starre Entscheidung Luft machen. Meckern allein, gilt aber nicht! Ideen, die Dinge zu verbessern, standen im Vordergrund.

Es ist schon eine interessante Vorstellung, wenn „Neulinge“ den obersten Führungskräften die Meinung sagen. Aber genau darum geht es: Auf dem FutureCamp reden wir von Anfang an Tacheles: Was funktioniert nicht gut, warum, was geht besser und wie? Wie auf einem BarCamp üblich, wurde daher geduzt. Diskussionen und ein Austausch passierten so auf Augenhöhe – ohne Titel, Hierarchie, Erfahrung oder Status. Einzig Argumente zählen und alle Meinungen sind gleich viel wert.

Viele tolle Vorschläge, spannende Diskussionen und jede Menge Spaß: Das 2. FutureCamp der Stadtverwaltung München war erneut ein voller Erfolg! Unser Video gibt Euch einen kleinen Eindruck davon:

Ein Thema das alle betrifft!

Die Zukunft unserer Stadtverwaltung ist ein Thema, das alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Denn schließlich arbeiten wir auch morgen noch hier. Gerade die Digitalisierung hat massive Auswirkungen auf so ziemlich alle Bereiche. Sie schafft viele Möglichkeiten, birgt aber auch Risiken und ist für manche eher schwer zu erfassen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich die Beschäftigten auf allen Ebenen aktiv an den Diskussionen beteiligen und Führungskräfte deren Wünsche und Ängste wahrnehmen.

In diesem Sinne setzen IT-Referent Thomas Bönig und Personalreferent Dr. Alexander Dietrich ein wichtiges Zeichen. Sie begrüßten die Teilnehmenden auf dem FutureCamp und ermutigten sie dazu, ihre Ideen gemeinsam zu diskutieren!

Sie betonten, dass Zusammenarbeit in der digitalen Transformation ein entscheidender Aspekt ist. Auch zwischen den Referaten, Eigenbetrieben und Partnerorganisationen muss diese gelebt und gefördert werden.

Anschließend berichtete Gerrit Pohl von seinem Job als CDO des ADAC. Er erklärte anhand vieler Beispiele, dass bei der digitalen Transformation einer Organisation zunächst eine gemeinsame Basis geschaffen und vor allem die Kultur verändert werden muss. Es ist also nicht so sehr die Technik, die Herausforderungen birgt, es geht um den Menschen.

Genau dieser Aspekt ist auch Thema des diesjährigen Open Government Tages am 28. November unter dem Motto: „Mensch statt Technik, wenn Digitalisierung wirkt.“ Mehr Infos und der Link zur Anmeldung folgen in Kürze hier auf dem Blog.

Abschlussfoto beim FutureCamp 19, Foto: Philipp von Derschau

25 neue Ideen zur Zukunft der Stadt

Seit dem 1. FutureCamp im letzten Jahr ist bereits einiges passiert: Die eAkte, mobiles Arbeiten, der Einsatz von Robotic Process Automation und auch eine digitale Austauschplattform für unsere Nachwuchskräfte wurden angestoßen und zum Teil bereits umgesetzt. An diese Erfolge wollten die Teilnehmenden dieses Jahr anknüpfen und brachten so zahlreiche Ideen ein:

Die Sessionplanung, alle Themen auf einen Blick

Insgesamt 25 spannende und komplett verschiedene Themen wurden teils kontrovers diskutiert. Von Coworking Spaces, über Führung bis hin zu neuem Lernen und Suchmaschinenstandards. Hier ein kleiner Überblick:

  • Corporate Benefits“ von Martina Auer
    Kaffee und Obst for free? Wäre das schon genug?
  • Flexible Workspaces an allen Standorten“ von Vanessa Znidaric
    Interne Coworking Spaces im gesamten Stadtgebiet.
  • Von Google zu Ecosia“ von Korbinian Zacherl
    Standardsuchmaschine ändern und dabei gutes tun – völlig ohne Kosten.
  • Videokonferenzen
    Flexibles Arbeiten ermöglichen und Fahrtwege sparen.
  • Unser Arbeitsplatz der Zukunft“ von Sina Timpe
    Wie kann der aussehen? Brauchen wir noch feste Arbeitsplätze?
  • Ever Welcome Everywhere“ von Kristin Maria Schwarzmüller
    Wie können Referate auf die Ankunft einer neuen Nachwuchskraft besser vorbereitet werden? Lassen sich Prozesse standardisieren?

Das ist natürlich nur eine kleine Auswahl. Alles Sessions und die erarbeiteten Ideen, Diskussionsbeiträge und Ergebnisse findet Ihr hier.

Start-up Messe, neue Arbeitswelten und vieles mehr

Neben den spannenden Sessions waren den Teilnehmenden noch viele weitere Highlights geboten:

  • Führungen durch die neuen Arbeitswelten
    Unter dem Stichwort „New Work“ präsentierten die Nachwuchskräfte des ADAC stolz ihre Räumlichkeiten. Die Teilnehmenden konnten an einer Führung durch das Haus teilnehmen, Fragen zu den Arbeitsweisen stellen und die Aussicht über ganz München genießen. Herzlichen Dank nochmal, dass das geklappt hat!
  • Start-up Messe
    In Form eines kleinen Marktplatzes stellten sich fünf Startups, die mit dem ADAC oder der Stadt München im Bereich Digitalisierung kooperieren vor. Dabei ging es um digitale Lerncoaches, verschiedene Bots, Videoplattformen, Social Biking und die Radinfrastuktur. Bike Solutions, XPERTyme, SUSI& James, Skimio und BlinkIn informierten die Teilnehmenden über Ihre Arbeit.
  • Kaffee-Tasting & Eis
    Einen Pool konnten wir trotz des warmen Wetters leider nicht bieten, aber dafür hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit an einem professionellen Kaffee-Tasting teilzunehmen. Das Team von chicco-di-caffe, der internen ADAC-Kaffeebar, bot zudem den ganzen Tag leckeres Eis an. So ein Café für Beschäftigte wünschten sich die städtischen Kollegen an ihrer Dienststelle auch. Hier hat die Stadt noch einiges an Potential.
  • Fotobox
    Ein bisschen Spaß muss sein! So konnte man vor coolen Hintergründen, mit verschiedenen Accessoires, lustige Bilder machen und diese sofort mitnehmen oder downloaden. So bleibt der Tag hoffentlich immer in Erinnerung.

Wir haben aber natürlich auch ein paar Profis losgeschickt! Einblicke bekommt Ihr hier:

Wie es nach dem FutureCamp weitergeht

Wie auch im letzten Jahr, haben die Teilnehmenden für die wichtigsten Themen gevotet, die dem Stadtrat vorgestellt werden. Das werden die jeweiligen Moderatorinnen und Moderatoren natürlich wieder selbst übernehmen. In diesem Jahr wurden folgende Ideen gewählt:

  • „Bastelstube“ von Felix Schubert
    Ziel der Session ist die Einrichtung einer (technischen) Werkstatt, in der Nachwuchskräfte selbstständig Ideen ausprobieren und sich gegenseitig Wissen vermitteln können. Die Motivation, das Thema gleich nach dem FutureCamp selbst weiter zu treiben, ist besonders groß. Daher hat der Sessiongeber bereits eine kleine Arbeitsgruppe in unserem Social Intranet WiLMA gegründet. Auch Kolleginnen und Kollegen des Innovationscenters werden sich der Idee annehmen. Schön zu sehen, dass hier so schnell so viel passiert.
  • „Austausch Nachwuchs <-> Führungskraft“ von Dustin Bos
    Die Grundidee der Session von Dustin besteht darin, dass Nachwuchskräfte und Führungskräfte sich jeweils besser in die Rolle des anderen hinein versetzen zu können. Gemeinsam wurde ein Konzept überlegt, wie dieser Rollentausch aussehen kann. Es wurde auch die Vorstellung von einem kleinen Unternehmens im Unternehmen diskutiert, das von Nachwuchskräften geleitet wird. Sicherlich auch eine spannende Möglichkeit für die Stadtverwaltung.
  • „Verplanungsplattform“ von Patrizia Fehrmann und Mara Staudacher
    Nach dem Abschluss des Studiums oder der Ausbildung bei der Landeshauptstadt München folgt aktuell ein komplexes Verplanungsverfahren, in welchem die Nachwuchskräfte an ihre Stellen innerhalb der Stadt verteilt werden. Dieses Verfahren steht immer wieder in der Kritik. Auf Basis eines Stadtratsantrages dazu, haben die Teilnehmenden jetzt auch die inhaltliche Diskussion aufgenommen. Es wurden Vorschläge gemacht, wie eine Verplanungsplattform als eine Art Online-Stellenbörse für Nachwuchskräfte, aussehen kann.

Es ist beeindruckend, mit welchem Engagement die Kolleginnen und Kollegen Ihre Ideen vorbringen. Genau das ist der richtige Weg um Veränderung anzustoßen. Wir werden natürlich berichten, wie die Reaktion im Stadtrat ausfällt und welche neuen Entwicklungen sich ergeben.

Austausch, Vernetzung und Transparenz

Die Erfahrungen und das Wissen der „Alten Hasen“ haben die Diskussion wirklich weiter gebracht. Das war ein toller Gegensatz zu unseren vielleicht manchmal zu weitgreifenden Ideen. So hat man auch mal verstanden, warum Dinge nicht anders gemacht werden, obwohl es sinnvoll erscheinen würde. Auch super war es, dass „Beginner“ dabei waren. Sie haben Fragen gestellt, über die wir gar nicht mehr nachgedacht haben. Die für uns einfach so waren, es aber eigentlich so offensichtlich wäre, diese zu hinterfragen.

 

(Feedback einer Teilnehmerin)

Gerade das Zusammenkommen aktueller und zukünftiger Nachwuchskräften sowie erfahrenen Beschäftigten war perfekt – nicht für die Diskussion. Hier wurden vor allem gegenseitiges Verständnis, Wir-Gefühl und die Vernetzung innerhalb unseres #teamstadtmuenchen gefördert.

Auch die Teilnahme der Auszubildenden des ADAC war eine große Bereicherung. Dadurch erfuhren wir neue Denk- und Vorgehensweisen und konnten eventuell auch das ein oder andere Klischee, dass es bei dem Wort „Stadtverwaltung“ gibt, brechen.

Wir hoffen, es bleibt die spürbar hohe Motivation noch lange nach dem FutureCamp erhalten!

Vielen Dank an meine Kolleginnen und Kollegen Alexander Eder, Patrizia Filz und Stefan Döring, sowie an Manolito Utech, Melanie Gerasch, Sonja Meixner und Christian Müller vom ADAC und natürlich an alle Beteiligten für den tollen Tag!

1 Kommentar

  1. War eine schönes und tolles Erlebnis am FutureCamp 2019 mit meinem Kollegen aus dem POR, Dr. Alexander Dietrich, teilnehmen zu können. Habe einiges gelernt und erlebt sowie wirklich den Eindruck vertiefen können, dass wir bei den Auszubildenden der Stadt München phantastische junge Menschen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen konnten, welche die Stadt schnell nach vorne bringen werden. Daher müssen wir als Stadt München alles tun, um die riesigen Potentiale bei unserem Personal auch zur Geltung zu bringen, dazu benötigen wir natürlich und vor allem den Stadtrat der Stadt München im Boot.

    #MuenchenDigitalErleben

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