23. Juni 2021

Umsetzung der strategischen Prinzipien der Digitalisierung


Kategorie: Digital


Ein Gastbeitrag von:
Dr. Michael Bungert, - Leiter Digitalisierung und IT-Strategie Dr. Michael Bungert,
Leiter Digitalisierung und IT-Strategie

Die strategischen Prinzipien der Digitalisierungsstrategie Münchens wurden Anfang 2021 erweitert und ergänzt. Diese Prinzipien gilt es mit Leben zu füllen. Dafür hat der Stadtrat nun neue Maßnahmen beschlossen:

Wie wir berichtet haben, wurde im März die Digitalisierungsstrategie der Stadt München im Bereich der strategischen Prinzipien erweitert. Nachhaltigkeit und digitale Souveränität wurden neu aufgenommen. Außerdem wurde das bereits vorhandene Prinzip der Barrierefreiheit um die Elemente Gleichstellung, Inklusion und Diskriminierungsfreiheit erweitert.

Nun hat der Stadtrat in der Vollversammlung vom 23. Juni 2021 Maßnahmen zur Umsetzung dieser Prinzipien beschlossen. Diese werden in die Digitalisierungsstrategie aufgenommen.

Was München bisher schon zur Umsetzung der Prinzipien unternimmt

Auch wenn die Neuerungen der strategischen Prinzipien erst im März 2021 beschlossen wurden, stehen Themen wie Nachhaltigkeit oder Inklusion schon lange auf der Agenda der Digitalisierung und prägen vielfältige Maßnahmen, die heute bereits in der Umsetzung sind.

Ein Beispiel hierfür ist der Digitale Zwilling, der auf Basis von Open Source Software entwickelt wird und so zur Wahrung der digitalen Souveränität der Stadt beiträgt. Weiterhin macht das Online-Service-Portal der Stadtverwaltung viele Dienste unabhängig von Ort und Zeit verfügbar, reduziert den Papierverbrauch, berücksichtigt die Anforderungen und Bedürfnisse unterschiedlichster Zielgruppen und trägt somit zu Nachhaltigkeit und Inklusion bei. Auch die Bereitstellung von freiem M-WLAN an vielen öffentlichen Plätzen fördert schon heute den diskriminierungsfreien Zugang zu Kommunikation und digitalen Angeboten für alle.

Open Source und Nachhaltigkeit – neue Maßnahmen zur Umsetzung der strategischen Prinzipien

Der Beschluss des Stadtrates vom 23. Juni nimmt eine Reihe von neuen Maßnahmen in die Digitalisierungsstrategie auf, die Aspekte der Nachhaltigkeit, Digitalen Souveränität sowie der Gleichstellung, Inklusion, Diskriminierungs- und Barrierefreiheit in den Mittelpunkt stellen.

Beispielsweise will die Stadt dazu beitragen, dass nachhaltige Entscheidungen im digitalen Raum getroffen werden. Wie Daniela Wohlschlager, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (FfE) anlässlich des internationalen Energiespar-Tags am 5. März hier beleuchtet hat, ist vielen gar nicht bewusst, dass die Nutzung digitaler Geräte und Services mit einem erheblichen Ressourcenverbrauch verbunden ist. In Zusammenarbeit mit dem Innovations- und Gründungszentrum Munich Urban Colab sollen Bewertungs- und Entscheidungshilfen für nachhaltiges Verhalten im digitalen Raum erarbeitet und der Stadtgesellschaft zur Verfügung gestellt werden.

Die Zusammenarbeit der Stadt München mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Entwicklung offener digitaler Lösungen soll in Zukunft vom Münchner Open Source Hub koordiniert werden. Hier agiert ein städtisches Team, das Open Source Projekte anbahnt, durchführt und den Überblick über die Menge der aktuellen und künftigen Open Source Themen behält. So können die Open Source Aktivitäten der Stadt noch besser geplant, gesteuert und mit den Projekten verschiedener nationaler und internationaler Organisationen vernetzt werden.

Geschlechtergerechtigkeit in der Digitalisierungsstrategie Münchens

Weitere Maßnahmen betreffen die Gestaltung von barrierefreien digitalen Angeboten der Stadt oder auch die Umsetzung einer geschlechtergerechten Ansprache aller Personen in städtischen Fachanwendungen. Am 8. Juli findet unter Federführung des IT-Referats und der Gleichstellungsstelle für Frauen der Stadt München dazu ein Stadtratshearing zur Geschlechtergerechtigkeit in der Digitalisierungsstrategie der Landeshauptstadt München statt. Hier werden verschiedene Fragen zur Umsetzung geschlechtergerechter digitaler Angebote und zum Umgang mit Risiken für die Geschlechtergerechtigkeit in der Digitalisierung diskutiert.

Der Stadtrat hat das IT-Referat beauftragt, aus den Erkenntnissen des Hearings Maßnahmen für die Digitalisierungsstrategie zu entwickeln, damit die Geschlechtergerechtigkeit in der Digitalisierung gefördert und sichergestellt wird. IT-Referent und CDO Thomas Bönig begrüßt daher den getroffenen Stadtratsbeschluss ausdrücklich:

Mit diesen Maßnahmen zur Umsetzung der neuen strategischen Prinzipien der Digitalisierung zeigt die Stadt München, dass ihr die Umsetzung von Nachhaltigkeit, Digitaler Souveränität sowie auch Gleichstellung, Inklusion, Diskriminierungs- und Barrierefreiheit ein echtes Anliegen ist und sie konsequent daran arbeitet.

Den am 23. Juni gefassten Stadtratsbeschluss finden Sie hier im Wortlaut:
1 Kommentar
  1. Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Strategie habe ich mit großem Interesse gelesen. Auf S. 8 steht: „Der Ressourcenverbrauch durch digitale Geräte und Anwendungen nimmt kontinuierlich zu: Smartphones, Tablets, Laptops usw. werden häufig nach nur kurzer Nutzungsdauer ersetzt. Auch wenn der Energieverbrauch des einzelnen Geräts optimiert wird, nimmt die Zahl der genutzten Geräte ständig zu. Im Munich Urban Colab soll nach Möglichkeit ab 2021 eine „Challenge“ im Auftrag der Stadt München bearbeitet werden, die Beurteilungs- und Entscheidungshilfe für die Menschen in München erarbeitet, um nachhaltiges Ver- halten im digitalen Raum zu fördern.“
    Könnten Sie mir bitte für die Challenge bzw. die Thematik Nachhaltigkeit im digitalen Raum einen/eine Ansprechpartner*in nennen? Vielen Dank! Mit freundlichem Gruß, Susanne Grohs-v. Reichenbach

    Antworten

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