2. November 2026

München entwickelt Software für den Austausch mit Notariaten

Ab 2027 gelten neue digitale Vorgaben für den Austausch mit Notariaten. Münchens Software vereinfacht Abläufe und steht anderen Kommunen kostenlos zur Verfügung.

Weniger Aufwand durch digitalen Datenaustausch

Beim Verkauf einer Immobilie sind neben Käufer*innen und Verkäufer*innen auch Notariate und Behörden beteiligt. Zwischen ihnen müssen Informationen ausgetauscht und verarbeitet werden.
Ab dem 1. Januar 2027 gelten dafür neue gesetzliche Vorgaben. Das sogenannte eNoVA-Gesetz (elektronischer Notar-Verwaltungs-Austausch) sieht vor, dass bestimmte Informationen in einem einheitlichen digitalen Format übermittelt und mit qualifizierten elektronischen Signaturen versehen werden.
Das soll den Austausch zwischen Notariaten und Verwaltungen vereinfachen und bisherige manuelle Arbeitsschritte reduzieren.
Bislang fehlte allerdings eine geeignete Software, mit der die Behörden die übermittelten Daten einfach lesen, bearbeiten und für die Weiterverarbeitung aufbereiten können.

Eine Lösung aus München für ganz Deutschland

Um diese Lücke zu schließen, entwickelt it@M unter fachlichen Federführung des Kommunalreferats den sogenannten eNoVA-Editor. 
Die Software hilft den Beschäftigten der Verwaltung dabei, die benötigten Daten für den elektronischen Austausch mit Notariaten aufzubereiten. Sie kann Informationen aus der Anfrage des Notars übernehmen, Daten automatisch ergänzen und die erforderlichen Dateien im passenden Format erstellen.
Das reduziert den manuellen Aufwand und erleichtert die Bearbeitung innerhalb der Verwaltung.
Das Besondere: Der eNoVA-Editor wurde von Anfang an so entwickelt, dass nicht nur München, sondern auch andere Kommunen in Deutschland die Software einsetzen können.

Was haben die Münchner*innen davon?

Der eNoVA-Editor ist kein neuer Online-Service für Bürger*innen, sondern unterstützt die Arbeit der Verwaltung im Hintergrund.
Davon können auch Münchner*innen profitieren. Wenn Informationen zwischen Behörden und Notariaten digital und in einem einheitlichen Format ausgetauscht werden, müssen weniger Daten manuell übertragen oder aufbereitet werden.
Das kann die Bearbeitung vereinfachen und Verwaltungsprozesse effizienter machen.
Der eNoVA-Editor ist damit ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung auch dort Verbesserungen schaffen kann, wo Bürger*innen nicht unmittelbar mit einer digitalen Anwendung in Kontakt kommen.

Open Source: Gemeinsam entwickeln statt mehrfach bezahlen

Bei der Entwicklung setzt München konsequent auf Open Source. Der Quellcode der Software ist öffentlich zugänglich und kann von anderen Kommunen kostenlos genutzt und weiterentwickelt werden.
Damit müssen Städte und Gemeinden nicht jeweils eigene Lösungen für dieselben gesetzlichen Anforderungen entwickeln.
Auch die Zusammenarbeit spielt eine wichtige Rolle: Andere Kommunen können den eNoVA-Editor testen und ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung einbringen. So profitieren alle Beteiligten von gemeinsamem Wissen und Entwicklungsarbeit.
Zugleich bleibt München unabhängig von einzelnen Softwareanbietern und kann die Lösung selbst weiterentwickeln.
Der eNoVA-Editor steht seit Mitte Oktober 2026 in einer Testversion zur Verfügung. Die Veröffentlichung einer stabilen Version für den produktiven Einsatz ist für Anfang Dezember geplant.